[Vegan Monday] Tierversuchsfreie Kosmetik und wieso es auf den ersten Blick gar nicht so einfach ist, diese zu finden.

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02 Januar 2017
Ein veganes Leben hört nicht bei der Frage der Ernährung auf. Der Verzicht auf tierische Produkte umfasst weitaus mehr als das und zieht sich selbstverständlich auch in die Bereiche der Bekleidung, der Kosmetik oder auch ganz normalen Haushaltsgegenständen, wie zum Beispiel dem Ledersofa oder den Kerzen aus Bienenwachs. Doch bevor man sich zum Beispiel bei Kosmetik Gedanken zwecks Veganismus stellt, so ist für mich die erste Frage, ob das, was ich bisher benutzt habe, überhaupt tierversuchsfrei ist. Möge man den Aussagen der Firmen, sowie der deutschen Rechtslage glauben, so müsste jedes hier vertriebene Kosmetikprodukt frei von Tierversuchen sein. Doch wie immer ist es nicht ganz so einfach und vor allem ist nicht alles Gold was glänzt.



Laut dem deutschen Gesetz ist es Pflicht, bei der Entwicklung und Herstellung von Kosmetik auf Tierversuche zu verzichten. Grundsätzlich wird das Gesetz natürlich befolgt und jede herkömmliche Firma hält sich daran und wäscht seine Weste hiermit rein. Jedoch gibt es bei diesem Thema zwei Aspekte, die man sich zu Gemüte führen muss. 


Die Rechtslage in Deutschland ist eindeutig, doch das lässt vorerst keine Rückschlüsse auf das Gesetz in anderen Ländern zu. Laut EU-Regelung ist es seit 2009 überall verboten, Tierversuche zwecks kosmetischer Inhaltsstoffe durchzuführen. In Ländern wie in China sieht es allerdings anders aus - meines Wissens nach ist China das einzige Land, in dem Tierversuche sogar vorgeschrieben sind, wenn man ein Kosmetikprodukt in dort in den Handel bringen möchte. Jetzt versuchen wir mal, das Gedankenkonstrukt weiter zu führen. Als Schlussfolgerung dieser Tatsache bedeutet das, dass jede Marke, die in China vertrieben wird, sich bewusst dafür entscheidet, Tierversuche in Kauf zu nehmen. Das umfasst leider viele Kosmetikmarken, die wir auch hier in Deutschland in unseren Drogerien und Parfümerien kaufen und konsumieren. Die Liste ist vor allem mit den großen Herstellern gefüllt, die in China natürlich den großen Markt nicht an sich vorbei ziehen lassen möchten. Das fängt bei allen Marken von Procter & Gamble an, geht über Estée Lauder, bis hin zu Coty, L'Oreal oder Henkel. Die großen Marken sind uns allen wohl ein Begriff, aber das Bewusstsein dafür, welche Untermarken dazu gehören, das muss man sich erstmal zusammen kratzen. Hierfür habe ich euch eine kleine Liste erstellt, die ich auch gerne in der Zukunft als eigenständige Seite auf meinem Blog für euch zur Verfügung stellen werde.



Coty
Astor, Escada Frangrances, Manhattan, Max Factor, OPI, Rimmel, Sally Hansen, Wella

Estée Lauder
Bobbi Brown, Clinique, M.A.C. Cosmetics, Origins, Too Faced

Henkel
Diadermine, Fa, got2b, Schauma, Schwarzkopf, Syoss

L'Oreal
Biotherm, Essie, Garnier, Kiehl's, Lancôme, L'Oréal Paris, MNY, Maybelline, NYX, Redken, The Body Shop, Urban Decay, Vichy, YSL



Procter & Gamble

Aussie, Braun, Head & Shoulders, Herbal Essences, Olaz, Pantene, Venus

Unilever
Axe, Dove, Rexona, TIGI, duschdas


Das ist selbstverständlich nur ein ganz kleiner Einblick in die Liste der in China vertriebenen Marken, die wir auch hier als vermeintlich tierversuchsfrei konsumieren. Im Endeffekt stellt sich einem selbst die Frage, wie man mit dieser Information umgehen möchte. Vielleicht ist ja genau das Produkt, das man in den Händen hält, tierversuchsfrei. Aber möchte man eine Firma mit dem Kauf dieses Produkts unterstützen, die sich bewusst dafür entscheidet, in China zu verkaufen? Mit dem Wissen, was es im Endeffekt für das moralische Handeln bedeutet? Für mich persönlich steht fest, dass ich das nicht mehr möchte. Leider sind das alles Marken, von denen ich wirklich sehr viel besitze. Vieles habe ich aussortiert und weiter verschenkt oder verkauft. Einen kleinen Rest habe ich noch behalten und verwende die Produkte, bis sie eben aufgebraucht sind. Leugnen möchte ich es nicht - meine MAC Lippenstifte und essie Nagellacke werden mir fehlen. Doch das kann mein ethisches Denken ganz gut verkraften. Sollte die ein oder andere Marke im Laufe der Zeit sich aus dem chinesischen Markt distanzieren, dann bin ich auch gerne bereit, diese wieder in meinen täglichen Usus aufzunehmen. Auch ich musste erst dazulernen und diese Chance gebe ich natürlich jedem noch so großen Hersteller.

Der Vertrieb auf dem chinesischen Markt ist eine Seite der Problematik, von der man sich recht schnell einen Überblick verschaffen kann - allein ein Blick in die Google-Suche hilft, um sich bewusst zu machen, welche Marken betroffen sind und welche nicht. Schwieriger wird es aber beim Punkto "Chemikaliengesetz". Denn bei Chemikalien, die nicht ausschließlich für Kosmetika genutzt werden, darf zwecks Umweltverträglichkeit nicht darauf verzichtet werden. Ist in der Inhaltsstoffen also etwas vorhanden, das nicht nur für Kosmetik genutzt wird (sondern zum Beispiel auch für Medikamente), so kann man davon ausgehen, dass auch hier nicht tierversuchsfrei gehandelt wird. Sich hier allerdings einen Überblick zu verschaffen ist schon weitaus schwieriger und erfordert mehr Nachforschung. Große Anteile an Yves Rocher gehörten zum Beispiel lange Zeit an den Pharmakonzern Sanofi, mittlerweile wurden diese Anteile verkauft. Wohin und an wen, das habe ich so schnell nicht finden können. So stellt sich aber auch hier die Frage, wie sich ein Konzern öffentlich gegen Tierversuche ausspricht und letztendlich einem Pharmaunternehmen gehört, das sich von Tierversuchen nicht distanzieren kann und muss? Auch hierzu werde ich mich für euch noch näher mit der Thematik befassen und in einem weiteren Post eine Liste verfügbar machen.

Ihr seht, schon im Bereich der Tierversuche ist es auf den ersten Blick gar nicht so einfach, sich davon zu distanzieren und damit ist man noch nicht einmal beim Thema "vegan" angekommen. Doch auch dazu kann ich euch in der Zukunft noch gerne weitaus mehr Informationen geben - welche Marken vielleicht nicht weiter konsumiert werden sollte, aber noch viel wichtiger: welche wundervollen Kosmetika ohne Tierleid es (auch für günstiges Geld in der Drogerie) zu kaufen und zu lieben gibt!



Stand: 02.01. 2017 
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