[Kolumne] Jahresrückblick 2016: Das beste Jahr meines Lebens.

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30 Dezember 2016
Ich erinnere mich noch an Silvester 2015 - wie wir zu viert in der WG auf dem Balkon saßen. Ich in der Hocke auf dem Boden. Wir haben geraucht, das Feuerwerk angeschaut und ich sagte: "Hey, 2015 - das war ein gutes Jahr. Möge es genau so weiter gehen." Mein Exfreund lächelte zurück und sagte: "Ja. Das war es." Nun, jetzt, ein ganzes Jahr später ist einfach absolut gar nichts mehr so, wie es damals war. Es ist einfach nur so viel besser.

Schon bei meinem letzten Jahresrückblick, den ich sogar in zwei Teile auseinander brechen musste, bemerkte ich in mir Veränderungen. Ein steigendes Selbstbewusstsein, Stärke und den Drang zum Leben. Doch dass das noch nichts hingegen dem, was jetzt ist sein sollte, war, das konnte ich damals noch nicht ahnen. Die große erste Veränderung war mein Einstieg in das richtige Berufsleben. Dieser Job und damit auch meine Chefin haben so unfassbar zu meiner persönlichen Entwicklung beigetragen, wie man sich das kaum vorstellen könnte. Ich wurde stets gefordert und gefördert, wurde an meine persönlichen Grenzen gebracht, die ich immer wieder überquert habe. Meine Komfortzone musste ich vom ersten Augenblick an verlassen und das hat mich unfassbar geformt. Ich liebe meinen Job und ich gehe vollkommen in ihm auf und weiß auch endlich, dass das, was ich mache, genau das richtige ist. Dass ich angekommen bin - berufliches Glück zu finden, das ist das, was die meisten ihr Leben lang nicht schaffen. Noch ist Luft nach oben. Ich habe Pläne, die nicht nur meine beruflichen, sondern meine ganz persönlichen Leidenschaften miteinander vereint. Wenn das klappt, dann wird das eine unglaubliche Sache. Doch mehr dazu dann wohl im Jahresrückblick 2017.

Die zweite absolut essentielle Veränderung in diesem Jahr war die Trennung von meinem Exfreund nach sieben Jahren. Nachdem ich zunächst dachte, meine Welt würde zerbrechen, so geschah genau das Gegenteil. Ich bin frei und glücklich wie noch nie. Damit meine ich kein "frei", das sich auf das Singleleben bezieht, sondern ein "frei" meiner Persönlichkeit. Alles, was ich mir immer wünschte zu sein, aber als Hirngespinst wieder verwarf ("Na, so wirklich ich bin ich das nicht - bin doch so ein sozialer Krüppel.") - all das bin ich nun. Ich habe so gute Menschen um mich herum - tolle Freunde, herzensgute Bekannte. Alles Menschen, die mich so schätzen, wie ich bin. Dieses Jahr habe ich knapp 100 neue Facebookfreunde gesammelt - das klingt erstmal dumm, was ist das denn schon für eine Aussage. Aber nein, das sind alles Menschen, die ein Teil meines Lebens geworden sind. Menschen, die mein Leben mehr oder minder noch mehr beeinflusst haben und mich inspirierten, einen besseren Weg im Leben einzuschlagen.

Ich habe Konzerte besucht, Poetry Slams, hatte viele Fotoshootings, fing Pokémon, hing auch einfach nur so rum - mit einem offenen Blick für alles und jeden. So viel gelacht mit so viel innerer Zufriedenheit habe ich noch nie zuvor. Natürlich habe ich auch viele neue Männer kennen gelernt. Einige davon haben meinen Horizont sehr erweitert, mir neue Welten gezeigt. Manche kamen und gingen dann wieder sehr schnell. Andere hingegen blieben ein Teil meines Lebens bis jetzt. Sie brachten mir bei, mich nicht nur als Mensch, sondern auch als Frau zu schätzen. Dass ich einfach vollkommen gut so bin. "Mädchen, schau dich doch einfach mal an." Es gab diverse Gründe, wieso es mit dem einen und mit dem anderen nicht geklappt hat; das ist vollkommen okay. Ich habe gelernt und beobachtet und es war perfekt. Nur ein Mal, da wurde mir das Herz gebrochen, so ein kleines bisschen. Das erste Mal, dass ich seit Monaten weider geweint habe; doch ein halbwegs gesunder Sinn für die Essenz dieser Situation sagte mir, dass alles okay ist. Und das ist es auch. 

Auch in meiner Familie gab es Veränderungen. Ein Familienmitglied hat uns verlassen - mein Hansi, mein Kaninchen, mein Partner in Crime. Er ist im Februar dieses Jahres an einem Tumor verstorben. Von einem Tag auf den anderen; auch das brach ein riesiges Loch aus meinem Herzen und ein kleines Loch wird an dieser Stelle für immer bleiben. Doch im Laufe des Jahres wuchs die Familie auch wieder um zwei weitere neue Mitglieder. Emmchen kam im April zu uns - der größte, hasige Flauschbollen und das liebste kleine Wesen, das ich jemals kennen gelernt habe. Und im Juni folgte dann Kira, mein Hundebaby, das mittlerweile natürlich gar kein Baby mehr ist. Menschen und Tiere kann man nie ersetzen, aber wenn man so viel Liebe zu verschenken hat wie ich, dann findet sich immer wieder ein neuer Platz im Herzen. 

Die Liebe zum Tier und zum Leben an sich wurde vor kurzem auch wieder ein essentielles Thema für mich. Seit knapp zwei Monaten ernähre ich mich nun vegan und ich bin unfassbar glücklich damit. Ich engagiere mich dafür, die Welt ein kleines bisschen besser zu gestalten und wenn es nur das sein sollte. Dieser Teil von mir wurde auch zum Bestandteil meines Blogs, der im letzten Jahr natürlich auch eine sehr große Veränderung mitmachte. Ich distanzierte mich nach und nach mehr von Kosmetik; zunächst einfach aus Gründen der Übersättigung und mittlerweile, weil die wenigsten Kosmetikmarken tierversuchsfrei und vegan sind; zumindest die, die ich bisher benutzt und auf meinem Blog gezeigt habe. Die Kolumne "Gedankenflug", die ich im Januar 2016 zusammen mit Mareike startete, wurde zum Kern von "Fräulein Bird" und mein absolutes Baby. Dennoch ist es meistens Zeit lebewohl zu sagen, wenn es am besten ist. Mit diesem Jahresrückblick endet nämlich auch die Ära der Kolumne - zumindest in der Form, wie sie aktuell besteht. Schreiben werde ich weiterhin und euch meine Meinung aufdrücken sowieso; aber alles ein klein wenig anders. 

Ich habe im letzten halben Jahr 15 kg abgenommen und liebe meinen Körper mittlerweile sehr. Gekrönt wurde das über das Jahr verteilt mit vier neuen Tattoos, die mich mittlerweile schmücken. 

Das Jahr 2016 war das schönste Jahr meines Lebens - das kann ich so ganz offen sagen. Ich habe Zufriedenheit gefunden. Den Glauben an mich selbst. Den Weg für das, was nun vor mir liegt. Ich habe Liebe gefunden - denn von ihr gibt es so viel in der Welt, wenn man genauer hinschaut. Danke, 2016. Du warst so gut zu mir.



Wie Mareikes 2016 war?
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Kommentare on "[Kolumne] Jahresrückblick 2016: Das beste Jahr meines Lebens."
  1. Wow, was für ein toller Text !! Ich bin absolut begeistert von Deinem Schreibstil und freue mich auf die kommenden Texte :D
    Liebe Grüsse
    Janine
    https://www.yourstellacadente.com

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    1. Vielen lieben Dank, Janine! Dein Kommentar bedeutet mir echt viel :) <3

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