[Kolumne] Maybe my last Tinderella story.

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25 November 2016


Auf jeden Topf passt ein Deckel - ein herrlich ausgelutschter Satz, der aber generationsübergreifend das klar macht, was eben Tatsache ist: Liebe und damit auch der passende Mensch für einen - für jeden gibt es das irgendwo zu finden. Selbst nach meinen sechs Monaten im Singledschungel habe ich kein Fünkchen Hoffnung an diesen Spruch verloren. Viele möchten meinen, dass ein halbes Jahr als Single ja wirklich nichts Bemerkenswertes ist, aber hey, für mich eben schon. Denn so lange "allein" war ich noch nie. So lange glücklich und zufrieden war ich ebenso noch nie - und zwar mit mir selbst und meinem Leben und allem was dazu gehört.

Viele Männer habe ich kennen gelernt - manche nur ein Mal gedatet, bei manchen entwickelten sich Affären daraus, sogar Freundschaften entstanden und naja, die vielen Fuckboys, die einfach nur unfassbar behindert waren, die möchte ich auch nicht unerwähnt lassen. Und dann ist da noch er. Jetzt. Der, bei dem es beim ersten Kuss "Wumm" in der Magengegend gemacht hat. Für viele ein romantisches Konstrukt, das sowieso nicht eintritt. Für mich etwas Essentielles. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich nun schon dachte, dass man so etwas vielleicht nur als ganz junger Mensch fühlt, wenn man sich zum ersten Mal verliebt. Weil dieses Gefühl einfach nicht kam, selbst bei M nicht, der mich ja nun doch sehr faszinierte. Es kam nicht und das war okay - ich habe nicht danach gesucht und auch nicht darauf gehofft. Und dann passierte es doch.

Ich bin nicht vergeben. Vielleicht werde ich das noch lange nicht sein; so offiziell, wisst ihr. Aber er ist mein Boy und ich bin sein Girl und zwar so krass viel schneller als gedacht. Ach, was sage ich! Als wir uns das erste Mal trafen war ich zum ersten Mal in meiner Dating-History davor vollkommen entspannt. Wenn man erstmal so ein paar Dates mit den verschiedensten Charakteren hinter sich hatte, dann wird alles zur Routine. Schöne Routine! Aber eben Routine - man ist gespannt und hofft auf einen schönen Abend, aber man ist nicht mehr aufgeregt. Doch irgendwie war hier nichts Routine. Egal wem ich von unserem ersten Date erzähle, der versteht diese Perfektion dahinter nicht. Nur eine Freundin wusste sofort, wie besonders das alles war - wie einzigartig und in sich vollkommen. "Was habt ihr gemacht?" "Nichts." "Wie, ihr wart nicht mal etwas trinken?" "Nein." "Ja und wo wart ihr?" "Draußen." "Den ganzen Abend?!" "Ja." "Es war doch wahnsinnig kalt!!" "Ja. Aber das war egal. Weil das viel größer war." Wir vermissen uns. Wir machen uns gegenseitig wahnsinnig. Wir... wir. Selbst wenn das alles morgen schon vorbei sein sollte. Selbst wenn unsere Pläne niemals umgesetzt werden. Selbst wenn das alles nicht so sein sollte. Selbst dann war diese Zeit jetzt einfach schon so groß genug. Und so anders als alles, was davor war - einer, der plötzlich aufhört mich zu küssen. Mich anschaut und lacht und "Woahahahaha!" macht. "Ich komme nicht darauf klar!" "Was denn um Gottes Willen?" "Du. Hier bei mir. Jetzt. So. Ich mein... Girl! Und auch noch wie du aussiehst! Damn!" Wie ein kleiner Junge, der zum ersten Mal in seinem Leben im Süßwarenladen steht, mit strahlend großen Augen durch die Gegend blinzelt und vor Glück einfach nicht weiß, wohin mit sich selbst.

Das ist es - zumindest für den Moment. Genau das, was ich will und brauche. Einer, der mir mitten in der Nacht schreibt: "Komm her. Hier ist es schön." Hier ist es schön, wisst ihr?



Wie Mareikes Tinderella Story weiter geht?
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