[Kolumne] Not my last Tinderella story: Part IV

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14 Oktober 2016

Manchmal überlege ich ja, ob der Titel dieser Kolumne mich eher glücklich oder eher traurig stimmt. Denn wenn man darüber nachdenkt, dann steckt ja eine konkrete Aussage dahinter: Es wird nicht die letzte Single-Story sein. Ob ich das nun gut oder schlecht finde... hm. 

Bevor ich zu den dramatischen (okay, gar nicht so dramatischen, aber das klingt so schön... dramatisch) Teilen meiner Männergeschichten komme, gibt es für euch erstmal den absolut lustigsten Part. P. Ihr erinnert euch vielleicht - der, der mir von seinen "Spielzeugkisten" erzählte (klick). In meiner letzten Tinderella-Kolumne ging ich stark davon aus, dass sich die komplette Geschichte erledigt hätte. Er meldete sich nicht mehr und ich - ich käme nicht im Traum auf die Idee, ihn anzuschreiben. Aber wie es das Schicksal (oder vielleicht doch sein Penis?) so wollte, hatte ich einst einen WhatsApp Status, der so lautete "Na klar gibt es Sex, denn ich parshippe jetzt." Dem Raphörer müsste diese Line bekannt sein, Gzuz in "Mörder". Nichts weiter als ein Liedzitat. So aber nicht für P. aus heiterem Himmel erreichte mich die Nachricht: "Höhö, gibt es jetzt auch Sex für mich?" Ich las, lachte, las nochmal und dachte mir nur: Okay, dass du hängen geblieben bist, das habe ich bereits festgestellt.... aber so sehr? Ich reagierte nicht. Stunden später schrieb er nochmal. "Haha, nur Spaß - wie geht es dir denn sonst so?" Haha, nur dumm, Junge raff dich. Ich reagierte nicht. Wenige Tage später schrieb er wieder - mitten in der Nacht. Ich lag schon im Bett bereit zum Schlafen, schaute aber noch ab und an auf mein Handy. Nachricht ploppt auf. P. Um Gottes Willen. "Heeey, bin gerade mit ein paar Studienkollegen in R. und wir haben was getrunken und ich muss mich nun echt zurück halten, dir nichts Unanständiges zu schreiben." Aha. Diesmal dachte ich - spiel das Spiel einfach mal ein wenig mit. "Wie kommst du denn gerade auf mich?" "Ja ach, weißt du, seit dem einen Bild damals auf FB (Anmerkung der Redaktion: mein Underboob) verfolge ich wirklich jedes deiner Bilder auf jeder Plattform und ich muss schon sagen, ich finde dich ziemlich heiß." Ach. "Ja gut, dann vielen Dank für das Kompliment." Es folgte eine Pause. "Weißt du, ich trainiere letzte Zeit auch echt viel und habe natürlich auch tolle Bilder von mir jetzt, aber die sind nur für einen ausgewählten Kreis." Ach. Ich sehe, wo das hinführt. "Achso, hast du Muskelaufbau betrieben oder wolltest du nur abnehmen?" "Ich glaube Bilder sprechen mehr als tausend Worte." Nein nein nein nein. Ich sah die zwei eintreffenden Bilder. Ich kam, sah und lachte. Nicht, dass das jetzt so abstoßend sei, was ich da gesehen habe. Objektiv betrachtet ganz nett anzusehen. Subjektiv betrachtet hat mich ein vollkommener Vollidiot von zwei Bildern so behindert mit nacktem Oberkörper angegrinst, dass ich ihm am liebsten eine in die Fresse geschlagen hätte. Srsly. "Na, findest du mich auch heiß?" "Joa, siehst ganz gut aus." "Das war jetzt nicht die Reaktion, die ich mir erhofft habe." Und nun schrieb ich etwas, bei dem ich dachte, das muss doch jetzt sitzen. "Weißt du, für mich gehört mehr dazu, einen Mann heiß zu finden, als ein vermeintlich gut trainierter Körper. Ein gewisses Niveau und eine gemeinsame Basis gehört da auch dazu." Ziemlich klare Aussage, wenn ihr mich fragt. Nicht so für P. "Wow, das hast du wirklich gut gesagt! jetzt finde ich dich ja noch viel heißer!" Oh bitch, pleeeeeeeeease. Was ist mit dem?! Ich schrieb nicht mehr zurück.

Foto: K.T.'s Pictures

Jetzt wird das ganze etwas emotionaler. Ein Triple aus C, M und D. Caspar, Melchior und Balthasar. Okay, der war dumm. Back to topic. Es fällt mir gar nicht so leicht, mit einem von ihnen anzufangen, denn irgendwie sind sie alle miteinander verquirrlt und alle drei lesen hier ab und an mit. Situation: drama level over 9000. Starten wir mal mit C. Herr Exfreund ist mir wirklich mein mittlerweile bester Freund geworden. Das kann ich so klipp und klar sagen - das ist schön, aber auch nicht so schön. Ugh. Er liebt mich und das spüre ich immer wieder mehr als deutlich und nein, mir ist das nicht angenehm. Mir nimmt das so viel von dieser Leichtigkeit, die wir - meiner Meinung nach - in unserer Freundschaft eigentlich haben. Vielleicht bin ich auch selber schuld, indem ich so viele alte Gewohnheiten weiter führe, ohne dabei zu beachten, was sie für ihn vielleicht bedeuten. Ein guter Freund meinte, dass er keinen anderen Ausweg sieht, als den Kontakt abzubrechen. Denn so klar und deutlich ich ihm nicht nur ein Mal sagte, dass ich ihn nicht mehr liebe, so sehr wird immer dieses kleine Fünkchen Hoffnung zurück bleiben. Er erzählte mir von sich selbst, wie er über zwei Jahre hinweg seiner Exfreundin nachtrauerte und immer wieder Hoffnungsschimmer sah, auch wenn sie bereits einen neuen Kerl an ihrer Seite hatte - bei ihm half am Ende erst ein krasser Bruch ohne Kontakt. Doch den Weg, diesen Schritt - den bringe ich nicht übers Herz. Ich mag ihn, ich schätze ihn und möchte ihn eigentlich nicht missen. Aber langsam zweifle ich sehr daran, dass ihm das wirklich gut tut. Am kompliziertesten wird es, wenn sich andere Buchstaben dazu gesellen, wie eben M und D.

Wer aufmerksam mit liest, dem ist bestimmt aufgefallen, dass einer dieser Männer eigentlich auch schon Geschichte war. Und dann - dann war er plötzlich wieder da. Aus dem Nichts; und mir näher als je zuvor. M. Wir sahen uns wieder, wir teilten unsere Leidenschaften und Kreativität miteinander und diese wahnsinnige Basis an Ehrlichkeit. "Was machen die Männer?" "Ach, frag nicht. Die Männer machen seltsame Dinge, aber ich bin recht glücklich. Was machen die Frauen?" "Ach, frag nicht. Die Frauen sind komisch, aber mir geht es gut." Wir lachen und verstehen uns. Sofort herrscht wieder diese Intimität zwischen uns und es brodelt in der Luft, aber ohne dem allen zu viel Bedeutung in die Hand zu legen. Er wohnt nun näher bei mir und ich freue mich; es tut gut zu wissen, dass da ein Phönix irgendwo in dem eigenen, kleinen Universum ist. Und irgendwie führt das zu D.

Foto: K.T.'s Pictures

D bringt mich zum Lachen. Immer. D. denkt immer an mich; er schenkt mir Aufmerksamkeit, er kümmert sich um mein Befinden und ja, zugegeben, er ist ein wundervoller Küsser. Doch das alles bedeutet nichts, wenn dieses Gefühl nicht da ist. Wenn man nicht vermisst, sich nicht nach dem anderen sehnt und auch nicht das Gefühl hat anzukommen - wo immer man nun ankommen mag. Ich mag ihn wahnsinnig gerne; aber da hört die Geschichte dann auch auf.  Nur leider schaffe ich es nicht, die Geschichte wirklich aufhören zu lassen. Ich schwanke zwischen "aber ich mag ihn doch", "vielleicht wird das ja noch was" und "er ist toll, punkt.". Aber ich glaube, letztendlich ist es nicht mehr als ein egoistisches Denken und das reine Bewusstsein dafür, dass man Zuneigung kriegt. Etwas, das ich einfach brauche. Doch es gibt kein "das ist es" und wird es wohl auch nie geben. Und obwohl zwischen M. und mir auch nichts Konkretes ist - so weiß ich "es" bei ihm; bei D. allerdings nicht.

So sitze ich hier, verloren in mir selbst. Ich fühle, was ich will. Aber ich kann es nicht in Worte fassen. Es führt letztendlich immer wieder zu einem Punkt: Glück. Ich will glücklich sein und das kann ich alleine immer noch wunderbar. Doch manchmal schleichen sich Gefühle ein. Man will sie vielleicht nicht und doch sind sie da. Sie sagen einem, dass es mehr Glück gibt, als die Form, die man gerade empfindet. Und dann fängt alles an, sich im Kreis zu drehen. Aber ja, aber nein, aber ja... meh. "Catch on fire if you must, sometimes everything needs to burn to the ground so that we may grow." - A. J. Lawless



Mareikes Tinderella Story?
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Kommentare on "[Kolumne] Not my last Tinderella story: Part IV"
  1. Immer sehr unterhaltsam zu finden, aber unter all den Fröschen wird irgendwann dein Prinz sein ;)

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    1. Ach, wer braucht schon einen Prinzen... Ja gut, ich :D

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