[Kolumne] 'Du, also das mit uns... abgelehnt.' - wie macht man klar, dass man nicht interessiert ist?

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28 Oktober 2016

Im folgenden Text erhalten Sie eine Anleitung, wie Sie ihn los werden in nur kürzester Zeit! Nicht. Echt nicht. Denn: Männer nicht los werden: kann ich. Ja, seit bald fünf Monaten tingel ich mich durch die Singlewelt und habe diverse Männer kennen gelernt. Mit sechs von ihnen gab es Geschichten, die es wert waren, euch von ihnen zu erzählen - nur mit einem von ihnen wollte und will ich wirklich mehr zu tun haben und doch kann ich euch heute von vier von ihnen erzählen, die immer noch den Kontakt zu mir suchen und zwei davon, bei denen es... naja. Anders gelaufen ist. Aber gehen wir wie immer die Buchstaben durch.

D. kann ich bis zum Schluss nichts vorwerfen, außer den "Schluss" und außer, dass er den VfB feiert. Kurz zusammengefasst habe ich D gedatet, ziemlich gemocht, viel gelacht, pausenlos geschrieben und trotzdem kein Fünkchen irgendwas dabei verspürt. Die letzten zwei/drei Wochen habe ich mich irgendwie um ein Date herum gewunden (shame on me, Date mit D abgesagt, statt dessen zu M gegangen... ja, ich bin scheiße); vor dem letzten Wochenende schrieb er mir, was ich denn dieses WE so mache und ich habe ihm voller Elan von meinem vollgepackten, spaßigen Plänen erzählt, die ihn natürlich keinen Meter miteinbezogen. Er schrieb: "Hm, ja dann viel Spaß. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen." UGH. Wie ich solche Aussagen hasse. Das ist so Pussy. Sag entweder: "Aldem, wo bleibe ich dabei?" oder spar es dir. Aber dieses augenrollende, unterschwellige Ugh-Geschwafel? Danke, aber nein danke. Irgendwie war das der Moment, in dem ich dachte: das wird nie gut gehen, mit so einem kannst du nicht und das musst du ihm jetzt auch mal sagen. Ich tat es. "Du, ich habe die letzten Tage echt nachgedacht und du hast dir eine Nachricht von mir verdient. Du bist ein Guter, aber kein Guter für mich." So im Kurzen. Ich hatte zunächst eine irgendwie... ach, ewig lange Ugh-Nachricht erwartet, nach der ich nur noch "Lass dir Eier wachsen!" denken würde. Nein. Im Gegenteil. "Ist vollkommen in Ordnung, auch wenn ich das sehr schade finde, das muss ich schon zugeben. Aber ich habe ja von Anfang an gesagt; sollte es nicht passen, dann ist das eben so... [...] Aber den Kontakt abbrechen will ich eigentlich nicht, wäre echt sehr schade. Man kann ja auch so noch was machen?" Meine Gedanken am Anfang der Nachricht: wow, guter Mann! Meine Gedanken am Ende der Nachricht: Srsly, das... so... ne echt? Was ich schrieb: Also wenn du das einfach so kannst, dann wieso nicht, auch wenn ich nicht denke, dass das am Ende auf das gleiche Ziel hinaus laufen würde. Und dann kam der Knaller, wo ich nur noch dachte: UGH UGH UGH. "Außerdem hoffe ich ja noch, wenigstens irgendwann sexy Bilder von dir zu kriegen." Ich, das für einen Scherz haltend, antworte mit irgendwelchen Smilies und einem "Du Drecksau!". Er: "Ja, gewisse Spannungen zwischen uns kann man ja nicht leugnen, da kann man das ja wenigstens nutzen." BAM. Abgelehnt. Echt nicht. Nein. Ich schrieb nicht mehr zurück. Am nächsten Tag sendete er mir ein Video von seiner Katze... hat echt richtig gut geklappt mit dem Loswerden.

 Foto: B.A. FOTO / ARTS

K. ist ein absoluter Vollpfosten. Auch ihn habe ich nach einem Date sehr nett abserviert (und ja, mit nett meine ich wirklich nett!) und nach noch zwei weiteren eher halblebigen WhatsApp-Chats hat sich das dann auch erledigt gehabt. Dachte ich. Das Date hatten wir Anfang August, Mitte August war es dann vorbei mit allem und am 17. Oktober schrieb er mir wieder. "hey bro". Ja. Bro. Digga, spar es dir, so pseudolocker zu tun. Aber gut, ich antwortete. "Hi, na, wie geht es dir?" "Anscheinend wieder recht gut." "Hm, wieso wieder?" "Ja, weil ich dir schreiben kann." "Schreiben konntest du mir doch die ganze Zeit?" "Nein, es ging nicht. Das mit dir hat mich schon sehr mitgenommen so..." O-KAY. Was soll ich sagen, es schmeichelt mir ja, dass ich anscheinend solche Eindrücke nach nur einem Date hinterlasse. Aber: ugh. For real? Nein, über Gefühle macht man sich nicht lustig, aber die Art, wie das ganze abgelaufen ist war halt echt so: "Really, Digga?"  Jetzt schreibt mir K wieder, ich schreibe K nicht wirklich zurück und er schreibt mir trotzdem weiterhin. Hat echt richtig gut geklappt mit dem Loswerden.

C. war und ist eine minimal andere Geschichte - hier wollte ich eigentlich nichts los werden, musste aber. In der letzten "Not my last Tinderella story" schrieb ich euch davon, wie ich über einen Kontaktabbruch nachdachte. Das Lustige an der Geschichte ist: den Text habe ich vorgetippt, sagen wir mal am Dienstag. Da war ich mir noch nicht sicher, ob das ich das überhaupt so in der Form online bringen soll, weil er ja mitließt und von dem Gedanken noch nichts wusste. Am Donnerstag hat C allerdings für mich den Vogel abgeschossen, sodass ich ihm noch an dem Tag schrieb, dass ich einen Kontaktabbruch möchte - einen Tag später, als der Text online ging, war es dann nicht nur beschlossene, sondern für mich auch abgeschlossene Sache. 
Und nein, natürlich ist sie es nicht. Es ist nichts abgeschlossen. Ja, wir sind Freunde eigentlich irgendwie und ja, da redet man auch persönlich über solche "Geschehnisse", aber Digga, ich bin genervt von allem, habe zur Zeit kaum Zeit für irgendwas noch, wenn es nicht schon drölftausend Tage im vorraus eingeplant wird, und ich weiß auch nicht, ob das überhaupt noch Sinn macht. Aber wir werden sehen, ein Gespräch bin ich C auf jeden Fall noch schuldig und Digga ist mein neues Lieblingswort, Digga. Und ja, hat echt richtig gut geklappt mir dem Loswerden. 


 Foto: B.A. FOTO / ARTS

P. Phänomenalste Story. Wie werde ich ihn los in nur zehn Tagen? Nein! Wie werde ich ihn los mit nur einem Blogpost? Ja, ich glaube P hat auf irgendeinem Weg zu meinem Blog gefunden, denn irgendwie sind wir keine Facebook-Freunde mehr. Ich musste wirklich lachen. Noch mehr habe ich gelacht, als mich eine ehemalige Schulfreundin anschrieb: "Hey, ich habe deine Kolumne gelesen und bin vor Lachen weg gebrochen. Ich wusste sofort, wer gemein ist. Er hat bei mir genau das gleiche abgezogen." Einfach zu herrlich. Diese Story hat btw noch einen viel abstruseren Weg eingenommen, den ich aber aus beruflichen Gründen nicht erzählen kann - schade, wirklich, ihr hättet ungläubig die Augen aufgerissen und unendlich gelacht. Aber nun ganz anders gesagt: Endlich mal etwas, das irgendwie ein Ende gefunden hat.

Wir können nun also gemeinsam eine Tatsache feststellen. Loswerden: kann ich. Nicht. Eigentlich kann man nicht wirklich mehr tun, als ehrlich zu sein und das war ich jetzt zu jedem von ihnen. Was hat es genützt? Wenig. Eine Freundin meinte, ich muss irgendwie eine Superglue-Aura um mich herum haben, sodass sie irgendwie alle immer wieder kommen oder gar nicht erst gehen. Ja, irgendwie spricht das ja für mich und das Ego wird durch sowas doch schön gepusht und mindert ein wenig das Gefühl, forever alone zu bleiben. Gleichzeitig bin ich sie alle einfach nur noch satt, aber gleichzeitig bin ich ein guter Mensch. Das kollidiert und macht mich des Todes wahnsinnig. Weil mich gerade alles wahnsinnig macht. Nein, mir geht es gut, wirklich, bin happy af. Aber doch auch etwas wahnsinnig. Was los Digga ahnma? Vielleicht gehe ich einfach ins Kloster; spätestens da lassen sie mich dann alle endlich in Frieden.



Wie Mareike ihre Männer erfolgreich los wird?
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1 Kommentar on "[Kolumne] 'Du, also das mit uns... abgelehnt.' - wie macht man klar, dass man nicht interessiert ist?"
  1. Ein sehr schwieiriges Thema - Ablehung tut dem Gegnüber immer weh (leider)

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