[Kolumne] Gegeneinander statt miteinander - Konkurrenzverhalten in einer Frauenfreundschaft.

on
23 September 2016

Dass ich fast nur mit Männern befreundet bin, das durftet ihr schon diversen Kolumnentexten hier lesen. Wieso das so ist, ist schnell in wenige Worte zusammen gefasst: Ein Penis macht vieles unkomplizierter. Nun, nicht der Penis selbst, der sorgt ab und an für Probleme, aber ja, die Message sollte klar sein. Mit Männern habe ich die Erfahrung gemacht, dass es in einer Freundschaft selten zu großen Problemen kommt, da man Dinge einfach ausspricht, die zwischen einem sind. Vom Prinzip her "sich kurz auf die Fresse hauen und danach gemeinsam wieder friedlich ein Bier trinken". Einfach und unkompliziert. Meine Frauenfreundschaften kann ich an einer Hand abzählen und das sind dann auch wirklich gute Freundinnen, die sehr ähnlich ticken wie ich - den gleichen herben Humor haben, behindert sein nicht als kindisch abhaken und somit total auf meiner Wellenlänge liegen. Früher war das noch etwas anders. 

Im Alter von 12 Jahren war es zum Beispiel fast schon Pflicht, dass man seine Girlsgang um sich hatte und was soll ich sagen, ich hatte sie auch. Wir waren sechs Mädels - oder besser gesagt fünf Mädels und ich. Gemeinsame Aktionen waren immer sehr lustig und haben viel Spaß gemacht und ich dachte schon fast, ich hätte meine Abneigung gegenüber Frauen abgelegt (ja, tatsächlich schon im Alter von 12 Jahren - ich war schon immer etwas anders). Doch dann gab es auch diese Treffen, bei denen man nicht zu sechst unterwegs war. Mal nur zu viert, mal zu dritt und manchmal eben auch nur zu zweit. Die Erfahrung zeigte, dass egal wann und egal wie und egal wer nicht anwesend war: über diese Person wurde unendlich gelästert. Immer. Und das waren dann auch nie harmlose Dinge - ich lasse mich auch über Menschen aus und das wirklich nicht wenig. Aber im Normalfall kriegt es diese Person genauso in ihr Gesicht gesagt. Hier wurde am nächsten Tag wieder zuckersüß in das Gesicht der anderen gestrahlt und BFF, love you und so. Ich habe mich oft gefragt, wieso Frauen so scheiße sind. Ja, Verallgemeinerungen sind blöd und ja, genügend Ausnahmen gibt es immer. Doch hässliche, hinterfotzige Intrigen habe ich in meinem Leben immer nur von Frauen mitbekommen. Und nun zurück zu der Frage: Warum sind Frauen so scheiße? Vor allem zu anderen Frauen?


Konkurrenz ist ein ganz großes Stichwort. Allgemein betrachtet lassen sich Frauen in den Social Skills viel schneller verunsichern - und oft denkt man auch, dass das eigene äußere sich auf dieses auswirkt. Ganz für falsch halte ich diese These übrigens nicht; jedoch ist es in meinen Augen nicht das Aussehen per se, das einen sozial fähiger macht, sondern der Umgang mit dem eigenen Aussehen. Aber das ist eine andere Geschichte. Spielen wir mal das Szenario durch: Frau1 findet sich selbst gar nicht mal so gut. Findet sich nicht hübsch, hat vielleicht gerade keinen Freund, zweifelt an sich selbst, was ist mir... Punkt. Frau2, gute Freundin von Frau1, ist recht zufrieden mit sich selbst und das wirkt sich auch auf ihr Leben aus - sie schwimmt auf der Erfolgswelle. Frau1 ist neidisch auf Frau2 und überlegt sich Wege, an das Glück von Frau2 näher zu kommen und versucht erstmal selbst besser zu werden. Doch das kann natürlich schon nicht mehr klappen, denn Frau1 ist einfach nur unzufrieden, verzweifelt und vielleicht auch noch untervögelt - und so denkt Frau1: wenn ich das mit den Änderungen bei mir nicht schaffe, obwohl ich es versucht habe, dann scheint Frau2 einfach zu viel Glück zu haben und da kann einfach etwas nicht stimmen... lass sie doch manipulieren! Ich will nicht sagen, dass Männer nicht an sich zweifeln und es dort kein Konkurrenzverhalten gibt - aber doch lässt sich das auf einen ganz kleinen Teil runter brechen und in erster Linie zweifeln Männer auch ganz anders an sich selbst. Ergo: kein hinterfotziges Manipulieren, nur um sich besser zu fühlen. Erst diese Woche durfte ich wieder fest stellen, wieso ich Frauen nicht mag. Bei einem geschäftlichen Meeting schien ich einer neuen Kollegin wohl eine zu große Konkurrenz zu sein. Jung, nicht gerade hässlich und vor allem sehr erfolgreich im Job. Was glaubt ihr, wer mich im gesamten Meeting nicht ein einziges Mal angeschaut oder überhaupt mit mir gesprochen hat? Fotze.

Selbstverständlich ist es ganz natürlich, andere Menschen als Konkurrenz zu betrachten. Letztendlich sind wir alle irgendwie und irgendwo Konkurrenten. Sei es nun im Bezug auf Männer, im Job oder einfach nur beim Anstellen bei Starbucks. Aber anstatt den Fehler bei den anderen zu suchen und gegen diese Menschen (oder eben speziell in diesem Fall Frauen) zu kämpfen, nur um sein Selbstwertgefühl zu pushen, sollte man sich überlegen, was diese Person wohl anders macht und viel eher von ihr lernen und Hand in Hand mit ihr arbeiten. Es gibt schon genug Fotzen auf dieser Welt, seid nicht auch noch selbst eine.


Was Mareike dazu zu sagen hat?
>>KLICK<<



Kommentare on "[Kolumne] Gegeneinander statt miteinander - Konkurrenzverhalten in einer Frauenfreundschaft."
  1. Wenn ich deine Texte lese muss ich immer ziemlich lachen. Du triffst den Nagel irgendwie immer total auf den Kopf und das auch noch so verdammt ehrlich. Dein Wortvokabular sieht zwar auf den ersten Blick sehr strange aus, aber genau so würde ich auch in der Realen Welt reden. Ich schätze das sehr, dass die auf deinem Blog kein Blatt vor den Mund nimmst. :)

    Belinda.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen vielen Dank! Genau für solche Reaktionen schreibe ich diese Kolumne. Dein Kommentar bedeutet mir wirklich ganz viel! :)

      Löschen

Ich behalte mir vor unfreundliche, gemeine und einfach unangebrachte Kommentare ohne Vorwarnung zu löschen. Ansonsten ist jeder gerne willkommen, um viel Liebe in das Kommentarfeld zu schicken ;)