[Kolumne] Über vergangene Liebe, Enttäuschungen und das Betrügen.

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01 Juli 2016




Ich wurde betrogen. Das ändert nichts in dieser Welt oder im Raum-Zeit-Kontinuum oder ist jetzt eine Sensation. Viele Menschen werden täglich betrogen; der Mann kommt vielleicht immer später heim, weil er nach Feierabend noch seine Sekretärin fickt. Und währenddessen bläst seine Frau dem Nachbarn einen. Es ist everyday life - aber eben nicht mein everyday life.

Ich habe schon immer an die große Liebe geglaubt und das tue ich immer noch. An bedingungslose Verbundenheit, egal ob nun seelischer oder körperlicher Natur. Ich finde nicht-monogame Beziehungen vollkommen in Ordnung, sehe sie aber für mich nicht als echte Beziehungen. Wenn beide Partner mit dieser Lösung zufrieden sind, dann go for it. Aber nicht, wenn man hintergangen wird. Gnadenlos, hinter dem Rücken. Wer betrügt hat menschlich meinen absoluten Respekt verloren.

Viel will ich euch von meiner ganz persönlichen Situation gar nicht erzählen. Auch wenn ich jedes Recht auf Rache hätte, so bin ich nicht diese Art von Mensch. Ja, meine Beziehung ist nach sieben Jahren auseinander gegangen und nein, der Betrug war nicht der Grund, sondern nur noch das i-Tüpfelchen. Manchmal ist trotz aller Liebe eine Trennung der beste Weg, den man gehen kann. Ich war noch nie so glücklich wie jetzt, was ich auf diese Art und Weise niemals gedacht hätte. Sieben Jahre meines Lebens habe ich verschwendet und doch habe ich das Wichtigste gelernt, das man lernen kann: was ich will und vor allem was nicht.

Als "Schon-mein-fast-ganzes-Leben-Vergebene" hat Sex für mich automatisch immer in eine Beziehung gehört - mein Verständnis von Treue übersteigt zudem alles. Ich hätte nie daran gedacht, etwas zu tun, was ich von der Seite meines Partners aus nicht gut gefunden hätte. Das hat nicht nur mit Respekt dem Partner gegenüber zu tun, sondern auch sich selbst gegenüber. In dem Moment, in dem man sich für einen Menschen entscheidet, entscheidet man sich auch für die Konsequenzen. Die Regeln. Das ungeschriebene Gesetz. Ich kann nicht nachvollziehen, wie man nach einem Bruch dieser Regeln sich selbst noch im Spiegel anschauen kann. Das übersteigt alle meine moralischen Prinzipien und Grundvorstellungen. Ich kann auch nicht nachvollziehen, wie der Schwanz überhaupt noch hart bleiben kann, während man die andere Frau bumsen will, wenn eigentlich das Herz und alles andere bluten sollte bei der Tat, die man gerade begeht. Ich kann es nicht nachvollziehen, wie man so ein Arschloch sein kann. 

Vermutlich ist dieser Text recht vulgär und eckt bei manchen Menschen an. Aber es ist genau das, was ich denke und fühle. Abscheu und Ekel. Menschlich betrachtet, denn emotional hat mich die ganze Situation überhaupt nicht mehr berührt, als ich davon erfahren habe - und ja, das war auch erst nach der Trennung.

Das hier ist mal wieder keine echte Kolumne und der schmale Grat zwischen "erzähl der ganzen Welt, was der Sack dir angetan hat" und "chill dein Leben" ist nicht gerade einfach zu erwischen. Doch ich kann mich auf ganz ehrlicher Ebene wiederholen: Ich durchlebe momentan die schönste Zeit meines bisherigen Lebens. Noch nie war ich so erfüllt, konnte meine Leidenschaften ausleben, vollkommen Ich selbst sein. Noch nie war die Welt so bereit für mich und vor allem ich für sie. Ich bin so viel offener geworden, frei, habe neue Menschen kennen gelernt, bin eigentlich nie zu Hause, weil immer irgendwas ansteht und andere Menschen die Zeit zusammen mit mir genießen wollen. So etwas muss man auch erst wieder lernen und vor allem begreifen: Das alles hat schon immer auf dich gewartet. 



Zusammenfassend habe ich derletzt noch ein sehr gutes Zitat gefunden, das meine vergangen sieben Jahre beschreibt. Meine komplette frühe Jugend. Schade, dass man das aber erst immer hinter her realisiert. "Du hast mich angezündet und ich habe mich für's Brennen entschuldigt." Nie wieder.



Was Mareike zu dem Thema zu sagen hat?
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Kommentare on "[Kolumne] Über vergangene Liebe, Enttäuschungen und das Betrügen."
  1. Oh ich kann dich so gut verstehen.
    Diese Last, die von den Schultern plumpst, wenn eine beschissene Beziehung zu Ende geht. Selbst wenn es 7 Jahre waren - das verflixte 7te?Und noch besser fühlt man sich, wenn man selbst den Schlussstrich gezogen hat :D

    Liebe Grüße > sara

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  2. Meine Süße,
    Was soll ich dazu noch sagen? All das wichtige habe ich schon genannt: Bleib so eine Taffe Frau, wie ich dich kennen lernen durfte. Du bist fabulous! Und das kann dir kein Schwanz nehmen!
    :*
    Tami

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  3. Oje jetzt wird mir erst richtig bewusst, wie lange ich deinen Blog schon verfolge! Hat damals alles bei Kwick! angefangen. :P Ich finde es.. hart zu sagen, dass du die letzten 7 Jahre verschwendet hast. Ich kenne euch beiden nicht, aber das was ich in den Jahren gelesen habe, hat sich nicht angehört, als wäre es durchgehend schlecht. Klar ist das, was er gemacht hat, nicht zu verziehen. Aber meinst du nicht, dass du trotzdem eine schöne Zeit mit ihm hattest? Ich habe vor paar Jahren auch eine Trennung durchgemacht. War damals mit meinem Ex-Freund 6 Jahre zusammen. Ich würde nicht sagen, dass ich meine Zeit mit ihm verschwendet hab, wir haben viel voneinander gelernt. Alleridngs ist es für die Zukunft doch nicht das richtige gewesen.

    Wie es sich liest, bist du trotzdem glücklich, und das ist doch das wichtigste!

    Lieben Gruß,

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    1. Hallo Viktoria,

      diese Frage habe ich mir natürlich auch gestellt und nein, selbstverständlich waren auch wunderschöne Zeiten dabei. Weshalb ich dennoch finde, dass die Zeit verschwendet war/ist, ist weil mir nichts übrig geblieben ist. Keine Inspiration. Keine Weiterentwicklung.

      Wenn ich das in Relation zB mit meinem ersten Freund setze, mit dem ich gerade mal ein halbes Jahr zusammen war, so ist da noch so wahnsinnig viel von der Zeit in meiner Seele übrig!

      Und das ist genau der Punkt. Wir hatten Spaß und Liebe und schöne Momente - aber gelernt habe ich einfach kaum etwas. Außer, dass ich das nie wieder mit mir machen lasse - und glaub mir, dieser Beitrag hier ist nur ein minimaler Bruchteil von dem, was mir im Nachhinein bewusst wurde.

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  4. Wünsche dir ganz viel Liebe und dass du deinen Glauben an das Gute nie verlierst <3

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