[Kolumne] Tintenherz - wenn Kunst unter die Haut geht.

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29 Juli 2016



Jeder von uns verändert sich täglich. Wir machen neue Erfahrungen, entdecken neue Gefühle und lernen neue Menschen kennen. Manche dieser Erlebnisse beeinflussen uns kein kleines bisschen und wir speichern sie eventuell nicht einmal in einem Hinterstübchen unseres Gehirns ab. Andere dagegen verändern unser Wesen essentiell und für immer. Beim Kolumnenthema dieser Woche ist das Wort "für immer" genau das richtige Stichwort - denn während die einen ihre Erinnerungen mit Fotos festhalten und sich mit Hilfe dieser stets zu den Momenten ihres Lebens zurück denken, so halten andere Menschen wichtige Ereignisse auf andere Weise fest - mit Tinte auf der eigenen Haut verewigt.

Auch ich gehöre zu der tättoowierten Fraktion - momentan noch nicht wahnsinnig ausgeprägt mit meinen drei Tattoos, aber zwei weitere stehen bereits mit einem Termin fest und werden meinen Körper näher an ein Kunstwerk bringen. Meine Tattoos bedeuten mir sehr viel und das auch aus zwei Perspektiven betrachtet. Zum einen unter dem künstlerischen Aspekt und zum anderen weil mein Körper meine Geschichte erzählt. Tattoo-Gegner oder auch nur Unentschlossene fragen sich immer: was ist, wenn mir dies und jenes irgendwann nicht mehr gefällt? Es ist für immer und kann sich - außer auf schmerzhafte, teure und langwierige Art und weise - nicht mehr entfernen. Was ist, wenn ich all das irgendwann bereue? Ich persönlich kann das unter diesem Gedanken gar nicht betrachten - wieso sollte ich denn mein Leben bereuen? Wieso sollte ich es bereuen, Erfahrungen gesammelt zu haben? Jedes meiner Tattoos steht für gewisse Phasen oder Ereignisse in meinem Leben. Als Beispiel nehme ich das Tattoo auf meiner Schulter - sehr girly und im Prinzip 0815. Pusteblume mit Schwalben. Kreativ oder einzigartig? Nein, außer vielleicht durch die Art, wie es letztendlich gestochen wurde. Nochmal würde ich mir dieses Motiv nicht stechen lassen. Aber ob ich es bereue? Kein kleines bisschen. Denn genau zu dem Moment meines Lebens war es das, was meiner Seele entsprochen hat - ein kleines Stück von mir, verewigt auf meiner eigenen Haut.

Noch weitaus mehr liebe ich mein zweites Tattoo - der Schriftzug 'always' mit dem Symbol der Heiligtümer des Todes. Ja, es ist nerdy und es ist Harry Potter und ja, leider ist es auch nicht gut gestochen. Aber selbst das kümmert mich nicht, denn die Geschichte hinter diesem Motiv bedeutet mir so wahnsinnig viel, dass die kleinen Imperfektionen absolut nichtig werden. Ich durchlebe jeden Moment meines Lebens mit jeder Faser meines Körpers - und so trage ich das mit meinem Körper auch an meine Mitmenschen weiter.

Mein letztes Tattoo ist ein Underboob - ein Mandala-Dotwork, das ich mir Anfang Juni habe stechen lassen. Optisch definitiv mein schönstes Tattoo und auch wenn man es auf den ersten Blick nicht weiß oder sieht, so ist auch dieses Mandala ein Ausdruck meines momentanen Lebens. Ein Ausdruck von Freiheit, Liebe zum Leben, Leichtigkeit und eines neuen Ichs. Ich weiß auch hier, dass ich es niemals bereuen werde. Denn ich stehe zu mir und dem was ich bin und was ich war. 


Wie Mareike zum Thema Tattoos steht?
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Besteht Interessse an einem Tattoo-Update, 
sobald ich meine zwei neuen Tattoos auch noch habe?
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