[Kolumne] Eine Hymne an unsere Mütter.

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29 April 2016



Meine Mama ist die Beste. Das war sie schon immer, auch wenn ich das nicht immer wusste. Wir sind so verschieden und doch so gleich. Aber es gibt eine Sache, die uns niemand nehmen kann: bedingungslose Liebe.

Ich erinnere mich zurück - ich muss wohl ungefähr acht Jahre alt gewesen sein, denn wir wohnten noch in unserer ganz alten Wohnung. Es war 13 Uhr und ich kam von der Schule; wie so oft hatte ich Andi dabei, damals mein bester Freund. Wir gingen zusammen in mein Zimmer und dann sah ich es. Meine kompletten Schubladeninhalte waren auf dem Boden. Mein Kleiderschrankinhalt. Meine Spielsachen. Alles. Als hätte jemand gewütet oder ein Tornado durch geweht oder ach... dann kam sie auf mich zu, mit diesem einen bestimmten Blick. Ich schaute sie an. "Wie konntest du nur! Ich hasse dich!" Andi verzog sich schnell und ich sah für mich meine Welt untergehen. Ich war so beschämt und wütend - wie konnte meine Mutter nur alles auf den Boden schmeißen, obwohl sie wusste, dass ich fast immer jemanden nach Hause bringe? Diese Peinlichkeit, diese Schmach. Nun, 16 Jahre später, schäme ich mich noch immer. Nicht wegen dem, was Andi sehen musste. Ganz ehrlich, für die Unordnung, die immer in meinen Schränken geherrscht hat, hätte ich noch viel schlimmere Peinlichkeiten verdient. Nein - es tut mir weh, wie ich meiner Mutter jemals so etwas sagen konnte. Hass. Das hat fast niemand verdient und am wenigsten die Person, die dich mit all ihren Kräften aufzieht und dir jedes Fünkchen an Energie an dich abgibt, welches nur möglich ist. Mehrere Jahre später geschah eine ähnliche Situation. Wir waren aber zwei gebrochene Frauen, gezeichnet von dem, was das Leben mit sich gebracht hat - das kann man fast schon nicht beurteilen.

Was ich aber beurteilen kann ist, dass alles was sie immer tat, nur auf mein Wohl bedacht war. Wie oft sie mir den Satz: "Du kannst mich nun hassen, aber später wirst du es verstehen." gesagt hat, das kann ich im Nachhinein gar nicht mehr zählen. Sie hatte aber immer Recht - das kann ich nun mit den Augen einer erwachsenen Frau sagen. Ich war meistens ein gutes Kind, hatte aber auch meine Eskapaden; sie versuchte immer, mich zwar zu führen, aber niemals einzuschränken. Ich durfte mich ausleben, ich durfte denken und kreativ sein. Ich durfte alles ausprobieren, in erster Linie mich selbst. Und das ist nicht selbstverständlich - kam doch gerade sie aus einer Familie, die alles, was irgendwie aus der Norm fällt, für unerhört hält. Sie hat mich zu einem freien Menschen gemacht, einer ganz eigenen Persönlichkeit. Ich möchte nicht sein wie sie, aber ich möchte meinen Kindern später irgendwann auch die Mutter sein, die bedingungslos liebt - so wie sie mich und natürlich auch meine Schwester. Sie ist so eine starke, wunderschöne Frau und ich wünschte, ich hätte auch nur einen Hauch davon in mir.

Vielleicht ist das der kürzeste Kolumnentext, den ich bisher geschrieben habe - denn es fällt mir ehrlich gesagt schwer, die richtigen Worte zu finden, um beschreiben zu können, was meine Mama schon für mich getan hat. Nicht an Taten selbst - genauso an Worten. Und allein deshalb, weil sie immer für mich da war, ausnahmslos. Es gibt Menschen, die sagen, dass gewisse Feiertage einfach sinnlos und behindert sind. "Stirb, Muttertag, blabla, weil Mutter muss immer geehrt werden, blabla..." So ein Schmarrn. Natürlich muss die Mutter immer geehrt werden (so lange sie ihren 'Job' als Mutter erfüllt hat - wir wissen alle, dass es auch Frauen gibt, die ihre Kinder vernachlässigen oder noch viel Schlimmeres), egal an welchem Tag. Aber das spricht doch auch nichts gegen einen ganz besonderen Ehrentag! Es geht nicht um Geschenke. Es geht nicht um Pflichten. Es geht um das Gefühl, das man seiner Mama zurück geben möchte; dass man an sie denkt, sie kennt und liebt. Wenn das in Blumen Ausdruck findet, weil sie Blumen über alles liebt, dann nur zu! Wenn sie eher darauf steht, sich einen Wellness Tag in der Wanne zu machen, dann ermöglicht ihr das. Und wenn sie einfach gerne tanzen gehen möchte mit ihren Freundinnen - go for it! Einfach zeigen: ich bin für dich da und unterstütze dich auf deinem Weg, egal wie er auch aussehen mag. So wie sie das dein Leben lang für dich macht.


Was Mareike über ihre Mama sagt?
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