[Privat] Mein Jahresrückblick - Part 1: Januar bis Juni

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02 Januar 2016


Am Morgen des ersten Januars im jeden neuen Jahr blicke ich meinem Liebsten in die Augen, während wir noch am späten Mittag gemeinsam im Bett voller Seelenruhe und Liebe liegen, und frage: "Was war das für ein Jahr?" "Ein Gutes, finde ich." "Ja. Ein verdammt nötiges Jahr war das." 
Damit war eher sekundär gemeint, dass endlich ein gutes Jahr nötig gewesen sei - denn ehrlich, die letzten Jahre waren rundherum nicht schlecht, sondern wirklich dem nahe, was ich ein erfülltes Leben nenne. Viel mehr passierte dieses Jahr so viel, das so unfassbar nötig für meine persönliche Entwicklung war. Ganz ganz tief in mir weckte ich ein paar der wichtigsten Eigenschaften, die ich schon immer an mir vermisst habe. Kann man denn überhaupt etwas vermissen, das noch nie da war?




JANUAR


Vor ziemlich genau einem Jahr, am 03. Januar 2015, war ich auf meinem allerersten Bloggerevent. Es war das Catrice Sortimentupdate Frühling|Sommer in München und ich kann euch gar nicht genügend erzählen, wie viele Tränen ich davor geweint und wie viele Tode ich davor gestorben bin. Auch wenn ich es nie zugeben wollte, so muss ich rückblickend einfach absolut eingestehen, dass meine Sozialphobie - die auf eine sehr seltsame Art an mir nagte - mir fast jeglichen Spaß an diesem Event nahm. Menschen, die ich nicht kannte; die so viel besser in allem sind; mit denen ich mich messen muss; mit denen ich über 'Finishes', 'Swatches' und 'AMUs' reden muss. Ich liebe all das, aber an einem Punkt hat sich nicht viel verändert - ich kann nichts Besonderes mit meinem Gesicht anstellen. Während andere aus sich eine Grinsekatze zaubern, kriege ich meist nicht mal einen Pickel ordentlich abgedeckt. Das ist auch vollkommen okay so, nur wusste ich das damals nicht. Nichtsdestotrotz habe ich an dem Tag sehr tolle Menschen kennen gelernt, wie zum Beispiel Nadja oder Anni, und in meiner ganz eigenen kleinen Welt habe ich diese wunderschöne Bloggerwelt auch genießen können.
Knapp drei Wochen später folgte mein Geburtstag. 23 Jahre alt wurde ich und ich muss sagen, dass es ein wunderwunderschöner Geburtstag war. Ich gehöre zu den Menschen, die schon Monate davor täglich 'Ich habe bald Geburtstag' singen, sich wahnsinnig einen darauf abfreuen, endlich wieder Prinzessin sein zu können - um dann am eigentlichen Tag in ein tiefes Loch zu fallen, weil irgendwie doch nicht alles so glitzerrosapuderig ist, wie man dachte. Dieses Jahr war ich eine echte Prinzessin, ganz exklusiv mit Krone und Zepter und einem Besuch im teuersten Steakhouse der Stadt. Kurz darauf waren leider wie jedes Jahr auch schon wieder die Prüfungen, die ich mit wirklich tollen Noten alle bestand und somit auch ordentlich feiern konnte.  



FEBRUAR


So doof das auch klingen mag, so war der Februar anscheinend etwas leer an Erlebnissen und Gefühlen. Dennoch ist natürlich auch in diesem Monat das ein oder andere geschehen. Ich habe das erste Mal bei einer Beautyblogparade mitgemacht und musste fest stellen, dass ich diese ziemlich doof fand. Vernetzung hieß die Devise, aber es war mitunter einer der am wenigsten geklickten und kommentierten Posts (zusammen mit fast allen anderen Blogparade-Posts... seltsam, nicht wahr?). Diese Parade stand unter dem Thema des Valentinstags, der wie jedes Jahr 'gefeiert' wird. Ein Tag, der der Liebe gewidmet ist, ist für mich etwas Wunderschönes und auch mein Herzmann kann sich nicht beklagen - die Tradition bei uns ist, dass wir uns natürlich nicht wirklich beschenken (außer die oben geposteten Herzkekse zum Beispiel), aber dafür den Tag bzw. Abend auf jeden Fall miteinander verbringen und bei Pizza Hut essen gehen. Cheesy Crust.
Generell war der Februar ein Monat des Essens, denn ich habe zum ersten Mal Donuts selbst gemacht und mir mein erstes MyMüsli zusammen stellen lassen. Das Geschmackserlebnis überhaupt - das waren weder die Donuts noch das Müsli.


MÄRZ


Bevor es im März nach einem Monat vorlesungsfreier Zeit wieder mit dem neuen Semester startete, hakte ich in meiner Bucketlist einen weiteren Punkt ab - einen Besuch bei der Benefit Browbar. Der Unterschied von vorher und nachher war natürlich der Burner, aber seitdem hat es mich nicht nochmal in den Fingern gejuckt, mich nochmals an einen Besuch zu wagen, selbst Monate später nicht, als ich quasi in der Browbar arbeitete - aber dazu später mehr. 
Der Zeitumkehrer war etwas ganz Besonderes mit einem ganz besonderem Moment. Eine Geschichte, die ich nie erzählte. Ich bekam ihn von einem Friseur. Wie das Schicksal es wohl wollte, machte meine Schwester ein Praktikum beim Friseur - um ihr an ihrem letzten Tag eine Freude zu machen, legte ich mir genau da einen Termin fest. Ich saß also irgendwann in meinem Sessel, wartete darauf, dass meine Haare geschnitten würden und dann stand er da - schaut mich an und sagt nur: "Harry Potter". Ich sage: "Ja." Und er lässt den Zeitumkehrer aus seiner Hand fallen. Ich sage nochmals : "Ja." Alsob ich verstanden hätte, was da genau geschieht und er drückt ihn mir in die Hand. Ganz so magic, wie dieser Moment schien, war es letztenendes nicht ganz - er hat mein Tattoo am Handgelenk gesehen und wusste, woran er ist. Wie sich heraus stellte, besitzt er selbst eine Zauberstab Sammlung - wahnsinnig fesselnder Mensch, den ich seither aber nicht mehr besuchte.



APRIL


Der April war ein starker Familienmonat - das Osterfest zu Beginn war wie immer nichts Besonderes und doch so unfassbar besonders. Jahresunabhängig kann ich einfach jedes Mal fest stellen, wie sehr ich meine Familie und die meines Liebsten absolut liebe. Das Osterkörbchen war demnach wie immer prall gefüllt mit Dingen, die mein Herz begehrt - fast mit am schönsten war ein Gutschein für 'Hans im Glück', der aber erst mehrere Monate später daran glauben musste.
Dieses Jahr war noch ein weiteres Familienfest sehr wichtig, das weniger Familienfest war als ich anfangs befürchtet hatte. Meine Schwester feierte ihre Firmung und eingeplant war alles, was irgendwie zur Familie gehört - auch das, was da eigentlich nichts zu suchen hatte. Doch wie fast zu erwarten konnten genau diese Personen letztendlich nicht an der Feier teil nehmen und es wurde doch ein herrliches Beisammensein. Nicht zuletzt hatten mein Herzmann, meine Schwester und ich gemeinsam sowieso den größten Spaß, während wir einfach alles nicht so ernst nahmen. Ich finde übrigens, dass wir wirklich bezaubernd ausgesehen haben.
Blogtechnisch habe ich sehr gut zu meinem ganz eigenen Stil gefunden und war rundum zufrieden mit dem, was ich euch zu bieten hatte; so war es wohl auch andersherum, denn im April stiegen meine Leserzahlen bisher tatsächlich am meisten an.



MAI



Der wohl schönste Monat des letzten Jahres. Direkt zu Beginn, am 03. Mai, feierten mein Liebster und ich unser sechs Jähriges. Es war wie immer traumhaft schön - einfach nur, weil wir uns beide hatten; auch wenn diesmal etwas weniger als sonst. Denn während er seine Abschlussprüfungen schrieb und mit wahnsinnigem Erfolg seine Ausbildung beendete, war ich schon wieder am Durchdrehen und Panik kriegen. Mein nächstes Bloggerevent stand an und diesmal war es noch viel aufregender. Während ich im Januar relativ problemlos nach München und wieder zurück kam, so erwartete mich hier eine Reise nach Hannover in die Rossmann-Zentrale. Meine erste Reise, ganz allein, mit Hotel und verrückt. Sozial gesehen war ich schon etwas entspannter, wobei es immer noch weit weg von 'entspannt' angesiedelt war. Wie schon beim letzten Mal durfte ich ganz liebe Menschen kennen lernen und habe einen Tag erlebt, den ich so noch nie nie nie hatte. Meine Schön-für-mich-Box wurde es zwar letztendlich nicht, die in den Handel kam, aber das war bei all den Erlebnissen drum herum absolut Schnuppe. 
Generell war der Mai sehr stark, was Blogangelegenheiten angeht - viele Firmen schrieben mich an, es kamen sehr viele Kooperationen zu stande und viele Partner habe ich immer noch an meiner Seite. Besser konnte es eigentlich kaum werden.



JUNI



Der Juni war geprägt von Zukunftsängsten und war irgendwie ein sehr dunkler Monat in meinem Herzen. Während meine Kommilitonen im Ausland waren oder bereits Rückmeldungen zu ihren Bewerbungen zwecks Praktikum bekamen, so meldete sich bei mir bis dato niemand. Auch keine Absagen, nada. Mein Zigarettenkonsum wurde enorm, mein Kaffeekonsum ebenso und wann ich eigentlich schlief neben der ganzen Lernerei, das weiß ich selbst nicht mehr so genau.
Die Angst zu versagen war enorm - was, wenn mich einfach niemand will? Was, wenn ich die Prüfungen nicht schaffe? Doch während eines Nachmittags an der Uni, als ich mit zwei Freundinnen lernte, kam ein Anruf - unbekannte Nummer. 'Guten Tag, hier Frau XY von Hugo Boss.' Drei Tage später fand mein Bewerbungsgespräch statt und zwei weitere Tage später hatte ich einen unterschriebenen Arbeitsvertrag. Nach so einer langen Wartezeit ging plötzlich alles so wahnsinnig schnell und nein, ich konnte mich nur äußerlich darüber freuen, nicht tief in mir drin.
Denn das kleine Männchen namens 'Soziale Angst' meldete sich wieder zu Wort und ich weinte nächtelang durch, dass ich das doch niemals schaffen würde. Dass ich dem nicht gewachsen sein, mit solchen Menschen auf so einem Niveau zusammen zu arbeiten. Etwas, das eigentlich mein Traum war, wurde irgendwie für mein kleines Herz zum Alptraum.


Bald geht es weiter mit dem Rest des Jahres.



Kommentare on "[Privat] Mein Jahresrückblick - Part 1: Januar bis Juni"
  1. Sehr schön geschrieben :) Ich weiß noch, dass wir in Instagram wegen dem Event und der Bahnfahrt geschrieben haben :)

    Bin gespannt wie es weitergeht.

    Liebe Grüße
    Steffi

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    1. Ich habe mir unser Gespräch von damals gerade wieder durch gelesen - war toll, dich da an meiner Seite zu wissen, irgendwie :) Danke <3

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  2. Bei meinem ersten Bloggerevent war ich auch soo aufgeregt, weiß ich noch ganz genau! Wünsche dir ein frohes neues Jahr!

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    1. Vielen lieben Dank, das wünsche ich dir natürlich auch! Mittlerweile musst du ja schon mehrere hundert durch gemacht haben :D Ist man da denn überhaupt noch irgendwie aufgeregt? :)

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  3. Oh Gott Lisch, das nimmt einen richtig, was du hier schreibst. :/ Zuerst einmal ganz großen Respekt, dass du diese Punkte hier so offen und ehrlich ansprichst! Ich bin mir sicher, dass das nicht einfach ist und einem viel abverlangt, aber auch total hilfreich sein kann. Und ich finde es schön, dass wir so ein persönliches Bild von dir bekommen.
    Das mit der sozialen Angst kann ich total nachvollziehen und du kannst wirklich stolz darauf sein, dass du dich überwunden hast und zum Beispiel die ganzen Events mitgemacht hast, obwohl das sicher nicht einfach war. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil und kann jetzt schon sagen, dass du wirklich stolz sein kannst :)

    Alles Gute!
    Maja

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    1. Danke dir, liebe Maja. Ich finde, dass es auch ganz arg wichtig ist, dass man zu solchen Problemen steht und sie eben auch teilweise öffentlich anspricht. Vielen kämpfen selbst mit sowas, trauen sich aber nicht, das irgendwie anzugehen - man hält sich sowieso schon für seltsam, wenn man das dann auch noch ausspricht, ist man es erst recht... Als Blogger kommt man immer allen als ganz offen vor und total geilomat mit Menschen umgehend, immerhin ist man ja öffentlich und bla. Aber ich bin mir sicher, dass ich nicht die einzige Bloggerin bin (bzw. zum Glück war), die mit sowas zu kämpfen hatte.
      :*

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