Über das Bloggen - wie viel meiner Persönlichkeit steckt eigentlich in meinen Posts?

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07 April 2014



"Ich finds richtig cool, dass du zur Zeit häufiger bloggst. :) Ich muss sagen, ich verfolge deinen Blog schon eeeeeewig. (Auch den im Kwick :P) und mir fehlt dieses..wie soll ich es sagen, dieses einfache "Blabla", dass dich so sehr von anderen Blogs abgehoben hat. Wo du einfach nur über Gott und die Welt schreibst. Ich verstehe, dass dieser eher ein Beauty-Blog ist, aber davon gibt es doch schon sooo viele. :("


Ein Kommentar von Viktoria, der mir einen kleinen Stich ins Herz gerammt hat. Denn sie hat recht und mein Blog in seinen Anfängen war mal etwas ganz anderes. Nicht das, was ihr hier lesen könnt, wenn ihr bis an den ersten Eintrag zurück klickt. Nein, der Blog, den ich mit 14 begann und erst mit 20 Jahren beendet habe. Ein Blog, der einfach nur ich war - ohne etwas vorzustellen oder zu reviewen oder zu haulen oder ach, wo es nicht darum ging, jemand zu sein. Und dadurch war ich faszinierender weise jemand und beendete diese lange Blog-Ära nach fast sieben Jahren und gut über 1000 Lesern - noch zu einer Zeit, wo bloggen wirklich nur bloggen war. Ihr wisst, was ich meine.
Doch ich glaube, dass das einfach nicht mehr funktioniert, nur man selbst zu sein - man muss mittlerweile viel mehr sein als das. Man muss etwas bieten und man muss unterhalten und man muss sich ständig weiter entwickeln und man muss, man muss, man muss... Gar keine Frage, ich stehe voll und ganz hinter jedem einzelnen Eintrag und Wort, das ich hier schreibe. Wenn ich Blush xy nicht lieben würde, würde ich gar nicht erst meine Finger an die Tastatur schmeißen, nur um euch darüber zu berichten. Wenn ich nicht sowieso ein etwas gestörtes Kaufverhalten hätte, dann gäbe es auch keine Hauls. Aber ja, Viktoria - ich bin mehr als das. Und mit diesem Satz möchte ich auf gar keinen Fall das Hobby "Beauty" an die Wand reden. Ich finde es selbst sehr faszinierend und bewundernswert und es ist einfach eine Kunst für sich! Und es ist hübsch und man kann es sammeln und was braucht man mehr. Aber teilweise reduziere ich mich hier in meinem Blog nur darauf - oder etwas nicht? Ich kann das schwer einschätzen. Ich habe bei jedem noch so beautylastigem Post versucht, meine Persönlichkeit wirklich mit einfließen zu lassen. Aber ob mir das wirklich gelingt - ich zweifle irgendwie nach diesem Kommentar.



Vielleicht sollte ich aber auch einfach öfter davon erzählen, was auf der Welt so passiert. Ihr wisst ja gar nicht, was ihr verpasst, nur weil ihr nicht zuschaut und -hört. Ich warte heute z.B. am Postschalter, um meine Einschreibe-Briefe los zu schicken. Wer steht vor mir? Gefühlte 98235123624563 Menschen in einem großen, nicht klimatisiertem Raum. Kaum kam ich rein, schon klebte sich meine Kleidung wire durch einen Saugnapf an meinen Körper. Es war ekelhaft und ich mag Menschenreihen nicht, wenn es so ekelhaft ist. Während sich also links und rechts der Kunden ein kleiner Teich aus Schweiß bildete, sprach der Mann hinter mir am Telefon, ganz intensiv und laut und übermäßig fröhlich. Ich tippe ja immer noch auf ein Telefonat mit seiner erwachsenen Tochter - anscheinend ist ihr der Hund an der Elbe entlaufen. "Schatz, warte einfach ab. Der kommt bestimmt wieder. Aber meine Süße, ich kann jetzt nicht weiter reden. Ich steh hier in der Post und es ist ein Traum. So schöne Frauen hier vor mir, da macht das Warten Spaß." Na gut, dachte ich, schaute mich so um. Irgendwie konnte ich keine schönen Frauen erkennen. Moment. Ich konnte gar keine Frauen erkennen. Entweder er meinte doch irgendeinen Mann, die alte Dame am Schalter oder... "Habe ich dir eigentlich schon erzählt, wie scharf ich es finde, wenn eine Frau tättoowiert ist? Und wenn sie dann noch so prägnante Schulterblätter hat?" Okay, er redet sicherlich nicht mit seiner Tochter. "Wohlgeformte, große Brüste, rote Lippen - ein Traum, wirklich ein Traum!" Okay, ganz definitiv redet er nicht mit seiner Tochter. Irgendwie dauerte es, bis es Klick machte - doch als ich neben den Schweißtropfen auch noch ziehende Sabberschlieren neben mich tropfen sah, wusste ich bescheid. Mr. Oberlippen-Truckfahrer-Bierranzen- Schweißfleckenachselshirt-Ü40-Bart hat in mir wohl seine geheime Pornofantasie gefunden. Mittlerweile bin ich ja der festen Überzeugung, dass er mit niemandem telefonierte. 
Nachdem ich dann dem netten Postbeamten endlich meine Briefe überreichen konnte, zwinkerte mir Schweinebacke beim Vorbeigehen zu. Ich weiß auch nicht, irgendwie... kann ich immer noch nichts essen.






//edit: was sagt ihr zu meinen Alltagsgeschichten? Mehr davon?
Gern allgemein mehr Persönliches?

Kommentare on "Über das Bloggen - wie viel meiner Persönlichkeit steckt eigentlich in meinen Posts?"
  1. Den Kommentar, den du hier zitierst, habe ich durch Zufall vor einigen Tagen gelesen und habe mich schon gefragt, ob du auf diesen Kommentar reagieren würdest.

    Klar gibt es viele Beauty Blogs aber ich finde man sollte sich mit der Qualität und Vielfalt von der Masse abheben. Es sollten dann auch immer wieder persönliche Dinge mit einfließen. Trotzdem finde ich das der "Inhalt" also Reviews, Hauls, etc. im Vordergrund stehen sollten. Für mich wäre es z.B. nicht so interessant auf einem Blog mitzulesen, wo es !nur! darum geht, was diese Person so jeden Tag macht. Das kann dann doch schnell langweilig werden.

    Auf jeden Fall ist es wichtig Persönlichkeit mit rein zu bringen und an der ein oder anderen Stelle, wenn es gerade zum Beitrag passt, mal etwas aus dem eigenen Leben zu berichten. Interessant finde ich auch Beiträge, in denen man einfach mal seine Meinung zu einem bestimmten Thema bringt. Also einfach ein strittiges Thema erörtert oder vielleicht auf aktuelle Themen eingeht.

    Ich denke du solltest jetzt nicht so an dir zweifeln! Man merkt das hinter diesem Blog jemand steht, der daran Freude hat! Außerdem konnte ich auch aus deinen Mails, bezüglich des Gastbloggens, entnehmen wie wichtig es dir ist, dass hinter all dem Herzblut steht und die eigene Persönlichkeit zu erkennen ist.

    Meiner Meinung nach gelingt dir die Mischung aus Persönlichkeit und Beiträgen mit viel wissenswerten Inhalten gut :) Mich würde es aber auch nicht langweilen, wenn du in Zukunft noch mehr über solche witzigen Erlebnisse aus deinem Leben berichtest :D

    Liebe Grüße :)
    Saskia

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  2. Pfui, gruselige Geschichte! Gerne mehr von solchen Beiträgen. Ich versuche auch immer auf meinem Blog neben Fashion & Beauty etwas mehr aus meinem Leben zu berichten, daher habe ich die Freitagsposts eingeführt :)

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  3. Ich muss gestehen bin gerade auch am überlegen. Einerseits will ich nicht so viel privates von mir preis geben, möchte das schöne tolle Leben leben, Outfits und tolle Fotos zeigen und eben jemand sein, wo ich mir aussuche wer ich bin und andererseits möchte ich auch meinen privaten Krams los lassen, mit Leuten darüber "reden", mich austauschen. Ich habe beides bereits versucht, aber das klappt nicht so gut, wie ich finde. Entweder oder ist doof und zwei Blogs auch. Ich bin mir noch unschlüssig. Denn eigentlich möchte ich professioneller werden aber dann möchte ich auch wieder von meinen Erlebnissen berichten und von den Gefühlen, die ich habe. Also verstehen kann ich dich da sehr.
    Am besten wäre es so ne gute Freundin für die Leser zu sein, wo man auch mal was privates lesen kann aber auch Beauty und Fashion Krams. Nur das richtig rüber zu bringen fällt mir sehr schwer. Aber vielleicht schaffst du das ja? : D

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  4. Oh ich fühle mich geehrt,dass auf meinen Kommentar ein Blogpost folgt. ;) Wie gesagt, ich verfolge deinen Blog ziiiiemlich lange. (Ich glaub doch echt, dass ich schon mit 14 deine Beiträge gelesen habe. :P) Ich finde es auch klar, dass Interessen sich ändern, - mit 22 (?) hat man nun andere Vorlieben und Sachen mit denen man sich beschäftigt, man entwickelt sich weiter - und der Blog somit quasi auch.

    Ich wollte dich auf gar keinen Fall angreifen, du sollst natürlich über das bloggen was dich begeistert und was dir Spaß macht, und wenn es gerade nur Beauty ist, dann ist es eben so.

    Was ich eher sagen will: Du hast einen wirklich sehr schönen Schreibstil, wenn du über privates schreibst macht es wirklich Spaß zu lesen - man kann wirklich die Gefühle nachempfinden die du beschreibst. Man entkommt irgendwo aus seinen stressigen Alltag und genießt die Zeilen die du getippt hast. So.. aber Beauty-Reviews -sorry- aber meiner Meinung nach, benötigt man hier nicht viel "Talent" um zu beschreiben wie der 1923934934959934. Lippenstift vom Auftrag, Farbe, Deckkraft etc... ist. Das kann jeder. Und deshalb macht das auch jeder. Für mich mittlerweile total langweilig. Deshalb finde ich es etwas schade, dass du eher dem "Trend" gefolgt bist, als einfach dein Ding durchzuziehen.

    Und ehrlich: Ich glaube, es reicht einfach du selbst zu sein. Das ist das was dich von anderen abhebt und dir somit "Vorteile" verschafft. Du hattest auf Kwick -soweit ich weiß- ziemlich viele Abonnenten und für einen Blog in Kwick war das quasi ein "Wunder". Das zeigt doch, dass Interesse an deinem "Blabla" bestand. :)

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