Aufregen über Menschen, die sich aufregen. Oder auch: Wieso nicht einfach leben und leben lassen?

on
15 April 2014


Ich widerspreche mir einfach schon mal gerne im ersten Satz: Mich regt dieses ganze Aufgerege so auf! Als ich es das erste Mal vor einigen Tagen (naja, villeicht auch Wochen) las, da habe ich das mal als zusätzliche Meinung aufgenommen. Aber nun lese ich es beinahe täglich und kriege so langsam die Krise. Ach, worum geht es denn eigentlich? Detox. Magerwahn. Low Carb. Foodies. Nonfoodies. Ausgrenzung. No Fat Chicks. Trendhuren. Und die Ultratrendhuren, weil sie gegen die Trendhuren sind. Das alles toppe eigentlich nur noch ich, weil ich gegen... ihr versteht schon. 



Wie fing dieses ganze Rumgeheule an? Wo und wie genau - das weiß ich auch nicht. Aber irgendwie wollten plötzlich alle voll in shape kommen, den Zucker vom Leib halten, Sport treiben, entgiften, clean eating und was es nicht sonst so alles gibt. Finde ich super; wieso auch nicht? So ein "Projekt" erfordert wahnsinnig viel Selbstdisziplin, an der es den meisten Menschen unglaublich mangelt. Wie ihr wisst, spreche ich aus egígener Erfahrung - aber irgendwie hat die Ultraultratrendhure aka ich den Disziplin-Gipfel doch erklommen und mein Low-Carb-Bauch dankt es mir. Ich genieße mein Essen und ich koche und backe weiterhin für mein Leben gerne - nur eben etwas anders. Durch diese Ernährungsumstellung habe ich mich weitaus mehr damit beschäftigt, was ich da eigentlich alles esse - es ist ein Bewusstsein, das ich mir nicht mehr nehmen lassen will. Zudem blieb es nicht beim bewussten Essen, nein, man bekommt auch einen viel klareren Blick auf sich selbst im Allgemeinen, weil man sich mit sich selbst befasst. So geht es zumindest mir.

Böse Zungen behaupten aber, das sei alles nur ein vorrüber fahrender Zug, mit Endstation Fresssucht, sobald der Trend des Low-Carb-Detoxings in der (Blogger)Welt abgeklungen sein wird - nicht bei mir direkt, aber ich lese es einfach an jeder Ecke. "Wann hört ihr alle auf, euch die Lebensqualität zu nehmen?" "Ihr macht das doch nur, weil es in ist." "Ganz furchtbar schlimme Vorbilder!" Mal davon abgesehen, dass ich mir rein gar nichts an Lebensqualität nehmen lasse und das komplette Essensspektrum ausnutze wie es mir beliebt: Wer sagt denn, dass Essen direkt Lebensqualität bedeuten muss? Nicht jeder muss Bücher lesen und nicht jeder findet Hasen putzig. Muss man jetzt deswegen ausflippen? Nein. Und genauso hat man das Recht zu sagen: Ich esse um zu essen. Nicht mehr und nicht weniger. Sicher ist es schade - ich finde es wunderschön, wenn man es schafft, in jede noch so alltägliche Tätigkeit etwas Ästhetik und Genuss zu bringen - aber who fcking cares? Und dieses "nur machen weil es in ist" Argument finde ich in allen Lebensbereichen ganz furchtbar, denn letztendlich ändert das nichts am Nutzen. Gutes bleibt gut. Egal durch welches Motiv. Punkt.

Natürlich ist es nicht gesund den Körper auf absoluter Sparflamme mit gefühlten Minuskalorien durch den Tag wanken zu lassen und es ist auch sicherlich nicht gesund, dabei dennoch massig Sport zu treiben - DANN könnte man eventuell von einem Problem sprechen, was dieses "Vorbild"-Gemurmel angeht. Wenn man im Blog glaubhaft suggeriert, Essen sei etwas Böses und unser größter Feind; aber das ist dann wieder ein Extrem, was meiner Meinung nach nur selten auf Blogs zu finden ist. Oder ich lese einfach die falschen Blogs.


Wie dem auch sei - ich habe diese ständige Lästererei über diese und jene und andere Leute satt. Denn ich folge einem Grundsatz: Schadest du mir oder jemandem anderen? Nein? Dann mach verdammt nochmal mit dem weiter, was du eh schon immer gemacht hast - egal ob ich das toll finde oder nicht.
Spread love, not hate.




//edit: der eigentliche TGIT-Eintrag muss heute leider ausfallen dank meiner/unserer Textilmesse.
dazu morgen gerne mehr ;)
Kommentare on "Aufregen über Menschen, die sich aufregen. Oder auch: Wieso nicht einfach leben und leben lassen?"
  1. däumchen hoch meinerseits. ich kann deine meinung wirklich unterschreiben. ich finde es sogar gut, wenn die leute sich mit ihrem körper auseinandersetzen und es dokumentieren, solang - wie du schon sagst - alles im gesunden bereich liegt :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das finde ich auch ganz wichtig - danke dir :*

      Löschen

Ich behalte mir vor unfreundliche, gemeine und einfach unangebrachte Kommentare ohne Vorwarnung zu löschen. Ansonsten ist jeder gerne willkommen, um viel Liebe in das Kommentarfeld zu schicken ;)