"WAS, du findest dich schön? Wie eingebildet!"

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24 März 2014






"Oh, es ist mir egal, was andere sagen - ich bin so wie ich bin!" Na klar. Glaube ich dir auf's Wort! Gepflogen- und Höflichkeiten hin oder her, aber eins ist sicherlich keinem von uns egal - was andere über uns denken. So sehr man das auch leugnen mag; man will doch Freunde haben, man möchte in der Gesellschaft akzeptiert und in sie aufgenommen werden - und sei es nur eine kleine Gesellschaft von Ähnlichdenkenden. Ich glaube ja, dass selbst diejenigen, die bewusst einsam und zurück gezogen leben dieses nicht tun, weil sie es wollen, sondern weil sie es nicht anders können.

Ich blicke mal schön ein paar Jahre zurück - ich war tatsächlich noch nie wirklich das angepasste Mädel aus dem Dorf. Ich habe meine Punkzeiten mit Schnorren auf der Straße und Dreads auch schon hinter mir (kein wirkliches Schnorren... ich bin nach einer halben Stunde einfach in den Bäcker rein und habe mir von meinem Taschengeld eine Brezel gekauft - shame on me!) - doch auch diese bewusste Abgrenzung zieht mit sich, dass man sich irgendwo wiederrum anpasst. Verhalten, Vorlieben, das Aussehen. Meistens sogar unbewusst. Man fragt sich - wo passe ich rein und wer passt zu mir und wer bin ich und wie viele? Und ist es eigentlich okay so, wie ich bin? 

Ich denke, dass es ganz wichtig ist, sich diese Frage selbst zu beantworten - sich diese bewusst zu beantworten. Meine Mama sagte früher: "Wie soll dich jemand lieben, wenn du dich selbst nicht lieben kannst?" Ich zweifelte lange an diesem Satz, aber im Nachhinein verstehe ich es ganz genau. Es ist auf Dauer kaum möglich. Ich sage ja sogar, man muss sich nicht einmal lieben - für den Anfang reicht auch Akzeptanz. Mein Nase ist groß - na gut, dann ist das eben so. Faulheit ist eine meiner Eigenschaften. Punkt.

Doch hinter den Punkt gehört ehrlicherweise noch ein Komma - außer, an meiner Nase chirurgisch herumexperimentieren zu lassen, kann ich an ihr einfach nicht viel ändern. An meiner Faulheit aber schon und man kommt nicht drumrum, das ganze Leben lang an sich zu arbeiten. Was man aber nicht beeinflussen kann ist das eigene Aussehen - natürlich, Pflege, Styling, Fashion, Auftreten, Sport, Ernährung, alles machbar. Den kleinen Krüppelzeh hast du aber nun mal und auch deine irgendwie schiefe Oberlippe. Und nun? Macht das deine wunderschönen Augen plötzlich unsichtbar? Und die süßen Grübchen, verschwinden die nun auch? Schau dich mal ganz genau an und zähle einfach mal fünf Dinge an dir auf, die du wunderschön findest, ohne an ihnen zu mäkeln. Gar nicht so einfach, wie? Das liegt nicht daran, dass es sie nicht gibt, sondern weil wir von unserer Außenwelt dazu getrimmt wurden, mit uns selbst am kritischsten umzugehen und meistens scheint es ganz verquer, wenn man zu seinen eigenen positiven und schönen Seiten ohne Einschränkung steht. "WAS, du findest dich schön? Wie eingebildet!" Ja, denn wisst ihr. Meistens finde ich mich dadurch einfach nur glücklich. Das solltet ihr auch.





Kommentare on ""WAS, du findest dich schön? Wie eingebildet!""
  1. Ein toller Post:)
    Sich selbst zu akzeptieren ist wichtig und sich selbst schön zu finden auf keinen Fall eine
    schlechte Eigenschaft!

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