Image Slider

[Kolumne] 'Wer mit seinem Ex befreundet bleibt ist ein Psychopath.' - Freundschaft mit Vergangenheit.

on
19 August 2016




"Lass uns Freunde bleiben..." Dieser Satz, meistens sitzt er bei einem von beiden Expartner sehr tief. In den seltensten Fällen trennen sich beide innerhalb einer Beziehung auf der gleichen Basis. Einer ist immer der Verletzte, der der noch liebt, der, der eigentlich nie abschließen werden kann... Dass ich nun vor über zwei Monaten verlassen würde, das habt ihr hier mitbekommen - plötzlich, aus allen Wolken fallend und mit dem schönen Abgang "Ach, übrigens, ich habe dich betrogen." Dass ich mit so einem Menschen nicht befreundet sein wollte, das ist wohl verständlich. Nun hat sich das aber gewendet. Die Informationslage hat sich geändert - ich wurde nicht betrogen, die Geschichte ist etwas absurd, aber gut. Der Wert der Abneigung ist wieder auf null gestellt - und jetzt? Lass uns Freunde bleiben? Laut einer Studie, haben insbesondere Psychopathen den Wunsch, mit seinem Ex-Partner befreundet zu bleiben - sind wir nun beide abgedrehte Psychos?

Ich war schon immer der Überzeugung, dass ich mir diese Konstellation nicht vorstellen kann. Und irgendwie kam es doch immer anders - Exfreund eins wohnt mittlerweile in einem anderen Land, aber ein seltener Kontakt auf kreativer Basis besteht immer noch. Weil man weiß, was man in dieser Hinsicht am anderen hatte. Exfreund zwei wurde von meiner Seite nun schon lange nicht mehr gesehen; ich glaube, er wohnt gar nicht so weit weg. Aber als er noch fast täglich die gleiche Strecke gefahren ist wie ich, nun ja, ich konnte mich immer herrlich mit ihm unterhalten. Freundschaft wäre zu viel gesagt, aber eine echt nette Bekanntschaft, die sich aber nun im Sande verlaufen hat. Und Exfreund drei, der sieben Jahre lang das Wichtigste in meinem Leben war, puh - wie soll man sowas denn komplett aus seiner Welt streichen wollen, wenn nichts Unangebrachtes passiert ist? Als er mir wieder schrieb, als wir uns wieder trafen - ich fühlte nichts. Keine Liebe, keinen Groll. Ich sah nur einen Menschen, der mir mal die Welt bedeutete und den ich aber auch immer noch mochte. 

"Ich liebe dich noch immer." Ein Satz, der dann alles ein wenig erdrückend machte. "Ich kann dir immer zur Seite stehen. Alles für dich sein - außer die Frau an deiner Seite." Es folgten viele Worte, viele Erinnerungen, viele weitere Gespräche. Auch mir tat es weh - ein Mensch, der so viele Jahre dein ein und alles war, der kann dir nicht egal werden. Es geht nicht. Aber es tat auf einer ganz anderen Ebene weh; weil ich wusste, dass er leidet. Und dann saßen wir da - was machen wir nun? Was ist das Beste für uns beide? Fest steht: wir wollen uns beide weiterhin in unseren Leben haben. Aber wie genau das noch laufen wird, das wird sich noch zeigen müssen.

Deswegen kann ich euch keine generelle Antwort auf die Frage geben, ob es sinnvoll ist, mit seinem Ex-Partner befreundet zu bleiben. Ist irgendwas Signifikantes passiert - wurde man betrogen, belogen oder andersweitig stark verletzt, dann wäre meine Antwort definitiv nein. Wenn man sich auseinander gelebt habt, mehr "Freunde" als "Partner" wurde - dann wieso nicht genau so weiter machen, nur eben mit einem Schlussstrich? Problematisch wird es nur, wenn die Ansichten und Gefühle beider Instanzen von einander abweichen. Ich stehe momentan in der Blüte meiner Zeit und ich habe absolut keine Angst vor der Zukunft. Es gibt kaum etwas, das mich bedrückt. Außer, wie es dem Menschen geht, der so lange an meiner Seite war. Denn man darf nie vergessen, wieso man denjenigen mal geliebt hatte, auch wenn es jetzt vielleicht nicht mehr so ist. 


Was Mareike zu dem Thema zu sagen hat?
>>KLICK<<


[Not my last Tinderella Story] Manchmal fragt man sich, was eigentlich mit den Männern los ist.

on
16 August 2016


M oder V oder wie sie alle heißen - ich habe euch (hier) von ihnen erzählt. Meine Tinder-Boys, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch haben sie etwas Essentielles gemeinsam: sie sind Männer und ich mag Männer schlicht und einfach nicht mehr. Aber an dieser Stelle wohl lieber ein großes Rewind - denn in den letzten Wochen hat sich mal wieder einiges getan.


Boy Nummer 1: V. Das letzte, das ihr von V wisst ist, dass er ständig Gründe gefunden hat, sich nicht mit mir zu treffen, obwohl er das angeblich selbst unbedingt will, um mir alles erklären und erzählen zu können. Diverse Reisen nach Timbuktu, Berlin und in den Drogensumpf folgten wohl und es kam immer noch zu keinem Treffen. Irgendwann hat es mir einfach gereicht. "Hey, lass dir so viel Zeit wie du möchtest, aber meine Uhr, die hätte ich schon gerne wieder. Bedeutet mir wahnsinnig viel." Tut sie zwar auch wirklich, aber eigentlich bruh, diese Uhr - ich wollte sie einfach haben. Und plötzlich, siehe da: "Ja, ich werde sie dir heute geben." Huch, was ist denn hier los? Reise ins Abenteuerland gecancelt? Hat ihn sein Bart doch weise werden lassen? Treffpunkt war Bahnhof Ötlingen, also irgendwie - denn auch kurz davor schaffte er es, alles so kompliziert wie nur möglich zu machen. Nunja. Was soll ich sagen - ich konnte mir keinen charmanteren Weg vorstellen, meine geliebte Uhr wieder zu kriegen. So, durch die Tür, während die Bahn kurz gehalten hat. Bester Typ. Für mich war die Geschichte damit eigentlich dann komplett durch, aber seltsamerweise hielt er es dann doch noch für nötig, mir random Nachrichten zu schreiben. "Wie geht es dir?" "Hervorragend, danke. Und dir?" Keine Antwort mehr. Hat er nun geglaubt, ich heule ihm nach, bin todestraurig und meine Seele in tausend Kleinteile zerfetzt? Sorry, nope. Erst letzte Woche schrieb er wieder - "Hast du nächstes Wochenende Zeit? Wir könnten mal reden." "Wie wäre es Sonntag?" "Vielleicht bin ich am Montag in Berlin." Random shit. Wtf. "Ich melde mich noch." Drei mal dürft ihr raten, wer sich nicht mehr gemeldet hat. Ach, who cares.

Boy Nummer 2: M. M ist... ich hasse M. Und eigentlich doch wieder nicht. Eigentlich gar nicht. Eigentlich ist er ein wirklich Guter und eigentlich kann ich das "eigentlich" auch wieder streichen. Ich bin dezent unzufrieden mit der Gesamtsituation. Aber wie soll man das nun weiter beschreiben, wenn man selbst nicht weiter weiß. File vorerst closed.

Boy Nummer 3: C aka Exfreund. Er macht mich wahnsinnig. Halb positiv, halb negativ. Und dann irgendwie doch einfach nur negativ - die genaue Story kriegt im Rahmen der Kolumne am Freitag, in der sich Mareike und ich mit dem Thema befassen, ob eine Freundschaft mit dem Ex für uns funktioniert und was wir generell darüber denken. Dass ich bei meinem Ex überhaupt das Wort "Freundschaft" in Erwägung ziehe könnte einige von euch aufhorchen lassen. Was, wie? Sie hat doch eigentlich nach dem gestandenen Betrug jeglichen Respekt vor ihm verloren? Ja, dem war auch so. Bis zu dem Moment, in dem ich mich auf ein Treffen mit ihm eingelassen habe, weil er mir unbedingt noch etwas sagen wollte - und sich plötzlich alles gewendet hat. Alles, bis auf meine Gefühle. Thema Revival hat sich von meiner Seite aus komplett erledigt und auch nur der entfernteste Gedanke daran gestrichen. Nur gibt es da immer zwei Seiten... mehr dazu am Freitag.

Boy Nummer 4: P. P ist absolut hängen geblieben. Mit P war ich mal in einer Stufe, hatte nie viel mit ihm zu tun, man fand sich nett, war auf Facebook befreundet. Punkt. End of story. Dachte ich zumindest. Vor vielleicht einem Monat schrieb er mich an - kurz nachdem ich mein Foto mit dem Underboob-Tattoo gepostet habe. Was für eine tolle Frau ich doch sei. Oh really? Are you fucking kidding me? Wir schrieben so ein bisschen, nach zwei Stunden fragte er mich dann nach meiner Nummer. Ich gab sie her, warum denn auch nicht - sein Profil habe ich mir dennoch nochmals kurz angeschaut. Langjährige Freundin vorhanden. Soso.
Immer mal wieder schrieb er mir. Über seine Katzen, seine Gitarre, seinen tollen Wein. Mhm, voll super und so. Besonders lang oder interessant war keiner der Chats und eigentlich war auch wieder recht schnell Funkstille. Dann, plötzlich, letzte Woche, mitten in der Nacht - "Ich muss meine Katzen hergeben." Hm. Traurig. "Oh nein, wieso, was ist denn los?" Mitgefühl und so. "Meine Freundin hat mich nun im Urlaub verlassen und zieht am Donnerstag mit den Katzen aus." Achso, ja okay, voll verständlich dass du mir da schreibst, weil wir sind ja Freunde, die sich sowas auch mitten in der Nacht erzählen. Nicht.
Am Donnerstag war ich dennoch so freundlich ihn zu fragen, wie es ihm denn ginge. "Abschied ist immer schwer... aber wenn ich dann mitbekomme, dass sie heute morgen beim Bikini Waxing war und unsere Kisten mit Spielzeug mitnimmt, da bekomme ich schon ein ungutes Gefühl." Waaaaaaaaaas. Ich mein. Ernsthaft. Waaaaaaaaas? Warum? Raff dich. Junge. Wieso? Deine tausend Kisten mit Analdildos kannst du dir in den Arsch stecken - und hey, das erste Mal in meinem Leben passt dieser Spruch einfach zu 100%.

Boy Nummer 5: K. Ich hatte ein Date. Ein recht nettes sogar. Es hat Spaß gemacht, der Typ war echt lieb und lustig. Aber kennt ihr das Gefühl, wenn ihr jemanden kennen lernt und ihr sofort wisst, dass ihr diesen Menschen niemals attraktiv finden werden könnt? So war das leider auch bei K. Blöd nur, dass K mir direkt kurz nach dem Date schrieb: "Hey, war echt toll, müssen wir wiederholen." Hm ja, gern, nur bitte nicht als Date. Lass uns doch Freunde bleiben - klingt kacke, daher wollte ich das erstmal auch nicht schreiben. Also schrieb ich: "Ja, war echt nett!" Nun habe ich ihm die letzten Wochen immer abgesagt, zum einen weil ich wirklich keine Zeit hatte und zum anderen weil ich nicht wusste, wie ich mit ihm umgehen sollte. Bis er mir dann vor ein paar Tagen schrieb, dass ich mal Klartext reden soll, weil er sich langsam doof vorkommt. Ich sprach alles aus. Und irgendwie ist er mir selbst für Freundschaft zu penetrant - "Du, ich fühle mich einfach kein kleines bisschen von dir angezogen. Aber du bist ein Guter. Freundschaft wäre okay, auch wenn es zeitlich dennoch knapp ist, weil du doch nicht ganz so nah wohnst." Eine ziemlich klare Aussage wie ich finde. "Ja was dann kommt, das zeigt nur die Zeit. Vielleicht willst du ja doch mal mehr, vielleicht wird das wenigstens ein f+, ja hmm." Hmmmm, how about no?



Irgendwie haben sie ja alle einen hängen. Vielleicht ziehe ich aber auch einfach nur solche Männer an und es stimmt einfach letztendlich nur mit mir etwas nicht. Wer weiß das schon so genau. Eigentlich habe ich vorerst keine Lust auf gar keinen Kerl mehr - aber dann wäre es doch etwas langweilig. Von dem her wird auch das hier garantiert not my last Tinderella Story gewesen sein.


[Kolumne] Instagram Stories vs. Snapchat

on
12 August 2016


Ein Raunen ging durch die Menge. "Wenn man etwas nicht abkaufen kann, dann macht man es eben selbst." Ideenklau könnte man das nennen, Abkupfern und kopieren. Durch die Einführung der Insta-Stories hat Instagram sich zum neuen Snapchat gemausert - doch ist das wirklich so? 

Um ehrlich zu sein habe ich zu dem Thema gar nicht so viel zu sagen - ich habe mich an Snapchat versucht, fand die Filter kurzzeitig sehr lustig und dann... dann war es auch wieder vorbei. Der größte Benefit von Snapchat ist es, dass alles so real und ungestellt und absolut nah am Menschen sein soll. Aber das ist meiner Meinung nach absoluter Bullshit. Denn mal ehrlich, wer sich hässlich auf einem Snap findet, der löscht ihn und macht ihn einfach nochmal. Same here. Und wenn etwas 'behindert' aussieht, dann ist auch das mehr als gezielt. Wie gesagt: ich konnte Snapchat noch nie etwas abgewinnen.

Instagram ist da schon viel eher mein Steckenpferd. Momentaufnahmen, ein Einblick in den Charakter. Natürlich auch ganz gezielt, niemand stellt etwas online, was er selbst doof findet. Aber ein gutes Instagram-Profil lässt sehr viel auf die Interessen der Menschen hinter dem Profil schließen. Ich sehe Menschen, identifiziere mich mit ihnen und folge dann meistens auch. Weil ich dann weiß, da ist jemand, der mag das gleiche wie ich. Und ich kann mir das immer wieder anschauen, alles zusammen. Die Entwicklung eines Menschen auf einem Blick - denn wenn man zB meinen Feed so durchschaut, dann sieht man doch ganz genau, wie ich mich im Laufe der Jahre verändert habe. Wo meine Prioritäten früher waren und sie heute sind. Das wäre ganz klar der Punkt für Instagram.

Mit den Insta-Stories hat für mich Insta nicht gewonnen - denn sie interessieren mich schlichtweg nicht. Diese Leiste oben, in der angezeigt wird, wer etwas neues gepostet hat, ist so unheimlich unübersichtlich und macht einfach keine Lust auf mehr. Hier schaue ich lediglich bei Menschen nach, die ich auch persönlich kenne, mit denen ich aber nicht täglich zu tun habe. Und selbst dann denke ich: da hätte mir nun ein Foto in deinem Feed auch absolut ausgereicht. Ich bin was dieses ganze Social Media Gedöns angeht eigentlich immer auf dem neusten Stand und lehne auch neue Funktionen nie grundsätzlich ab. Aber wenn ich mich kein kleines bisschen bereichert fühle, dann bringt mir das nichts - weder auf Snapchat, noch auf Instagram.

Dennoch denke ich, dass es Snapchat nicht mehr lange geben wird - denn wer auf dieses Zeug steht, der hat auf Instagram einfach beides auf einem Haufen. Man spart Datenplatz und Datenvolumen. Manchmal muss man das einfach rational betrachten.


Was Mareike zu dem Thema sagt?
>>KLICK<<


[Kolumne] Selbstexperiment: Drei Tage zu allem Ja sagen.

on
05 August 2016

"Hm nein, heute nicht, du. Ich bleibe lieber zu Hause, ich bin schon etwas müde." "Ja, nee, das esse ich lieber nicht, heute habe ich schon zu viel gegessen, muss ja auf meine Linie achten." "Lassen wir das lieber, man könnte uns ja für komisch halten." Nein. So nicht mehr, habe ich mir gesagt. Auch wenn ich in letzter Zeit sowieso schon selten nein gesagt habe, so hieß es diesmal für drei Tage komplett nein zum nein. Denn wenn wir mal ehrlich sind: wie oft verzichten wir auf Dinge, auf die wir eigentlich Lust hätten, aufgrund von Faulheit, Unsicherheit oder sogar Angst?


Dienstag, 02.08.2016



Ich stehe auf. So beginnt das ganze also, ich sage ja zum Leben. Gut, das klingt nun etwas überzogen und nein, ich werde jetzt sicherlich nicht meine Prinzipien über Bord werfen, aber bis zu einem gewissen Grad muss ich jetzt wohl noch öfter über meinen eigenen Schatten springen.
Bei der Arbeit wird mir eine neue Kollegin vorgestellt - sie schreibt jetzt ihre Bachelor Thesis zu einem Thema, mit dem ich mich bisher befasst habe. "Hey, kannst du mir das heute irgendwie erklären und zeigen?" Ich schaue in meinen Terminkalender und sehe ein paar wenige Lücken - Lücken, die ich mir eigentlich behalten wollte, um in der  Zeit wenigstens ein wenig entspannter im Büro ein paar E-Mails verschicken zu können. "Klar!" sage ich statt dessen. "Hast du um 14 Uhr Zeit?" So sitzen wir dann da, ich trauer ein wenig um meine "Freizeit" - nach ein paar Sätzen sagt sie: "Omg, du trägst doch ein Harry Potter Shirt!" Wir kommen ins Gespräch. Sie spielt auch Pokémon. Den Spast hat sie auch auf Tinder kennen gelernt. Wir erzählen uns gegenseitig unsere verrücktesten Tinder-Stories. Ich liebe sie. Ja-Sagen hat sich gelohnt.

Nach der Arbeit treffe ich mich mit Anna in Metzingen. Da man sich mit Freunden im Normalfall gut versteht und sich in vielen Dingen sowieso einig ist, musste ich nicht oft großartig überlegen, ob ich nun zustimme oder nicht. Irgendwann fahre ich nach Hause und irgendwie hatte ich das schon so im Gefühl - meine Bahn bleibt mitten in der Pampa stehen, fährt nicht weiter, Anschluss weg. So sitze ich da, genervt und ohne Zigaretten. Schreibe mit ein paar Fuckboys und ein paar Netten. "Was machst du gerade?" "Ich sitze am Bahnhof und warte auf meinen Anschluss - geht noch eine halbe Ewigkeit." "Ich bin gerade in der Nähe - soll ich dich einfach mitnehmen?" Bum. "Ja." Fuck. Was habe ich da gerade gemacht? Habe ich einem fremden Kerl gesagt, er soll mich am Bahnhof abholen? Oh Gott, oh Gott, oh Gott. Please, don't. So sitze ich da. Fünf Minuten. Zehn Minuten. Mein Blick schweift langsam etwas panisch umher. Mein Handy tudelt. "Wie lange dauert es noch bis zu deiner nächsten Bahn? Ich könnte erst in 20 Minuten da sein." Mein Herz fängt wieder an zu schlagen - zehn Minuten später kommt meine Bahn schon und ich steige ein.


Mittwoch, 03.08.2016

Heute geht es auf Geschäftsreise nach Fast-Bayern. Meine Chefin holt mich mit dem Mietwagen mehr oder weniger vor der Haustüre ab und die Fahrt geht los. Vollkommen übernächtigt fängt der Arbeitstag schon viel zu früh für mich an - natürlich muss ich im Auto als Beifahrerin nicht viel machen, aber wenn man neben der Chefin sitzt, dann ist das eben nicht ganz so entspannt, auch wenn man sich hervorragend versteht. Nach knapp zwei Stunden fahrt fragt sie, ob wir einen Halt machen und einen Kaffee trinken sollen. Eigentlich will ich einfach nur durch fahren, den Termin hinter mich bringen und wieder schnell nach Hause. So müde war ich schon ewig nicht mehr. "Ja." Kaffee kann ja nicht schlecht sein, Kaffee ist eigentlich immer gut. Und das ist er auch.

Weitere Entscheidungen muss ich vorerst nicht treffen, Geschäftstermine lassen dafür ja sonst keinen großen Freiraum für ein Ja oder Nein, das ich mir selbst aussuche. Zu Hause mache ich erstmal einen Mittagsschlaf und denke, okay, das war es dann für heute. Nun, nicht ganz. Spätabends kriege ich noch eine Nachricht von meinem Exfreund... "Hast du nicht Lust, am Wochenende mit  mir Pokémon zu fangen?" Puh. "Ja, wieso nicht." Was mache ich da eigentlich gerade? Ich gehe lieber ins Bett und entziehe mich weiteren Entscheidungen.


Donnerstag, 04.08.2016

"Wie sieht es aus, bist du am Wochenende auf dem Sommerfest?" "Ja." (Zum Glück stimmt das tatsächlich) "Gehen wir gemeinsam hin?" "Ja." Okay, jetzt habe ich also ein Date. Er sieht gut aus, ist soweit ganz nett, also wieso nicht, alles cool.
Ich will aber eigentlich gar nicht mehr Ja sagen - wenn ein Ja einem gut tut, aber zu einem Zwang wird, dann ist das irgendwie nervig. Ein Ja-Sager hat immer einen negativen Beigeschmack; aber wenn man das ganze ehrlich betrachtet, dann sagen wir wirklich viel zu oft nein. Wie sich meine Entscheidungen dieser drei Tage noch auswirken werden, das erzähle ich euch gerne in einem "Another Tinderella Story" Post. Heute musste ich keine verrückten Entscheidungen mehr treffen, was mich dann doch entspannt hat.



Wie es Mareike beim Ja-Sagen ergangen ist?
>>KLICK<<



[Kolumne] Tintenherz - wenn Kunst unter die Haut geht.

on
29 Juli 2016



Jeder von uns verändert sich täglich. Wir machen neue Erfahrungen, entdecken neue Gefühle und lernen neue Menschen kennen. Manche dieser Erlebnisse beeinflussen uns kein kleines bisschen und wir speichern sie eventuell nicht einmal in einem Hinterstübchen unseres Gehirns ab. Andere dagegen verändern unser Wesen essentiell und für immer. Beim Kolumnenthema dieser Woche ist das Wort "für immer" genau das richtige Stichwort - denn während die einen ihre Erinnerungen mit Fotos festhalten und sich mit Hilfe dieser stets zu den Momenten ihres Lebens zurück denken, so halten andere Menschen wichtige Ereignisse auf andere Weise fest - mit Tinte auf der eigenen Haut verewigt.

Auch ich gehöre zu der tättoowierten Fraktion - momentan noch nicht wahnsinnig ausgeprägt mit meinen drei Tattoos, aber zwei weitere stehen bereits mit einem Termin fest und werden meinen Körper näher an ein Kunstwerk bringen. Meine Tattoos bedeuten mir sehr viel und das auch aus zwei Perspektiven betrachtet. Zum einen unter dem künstlerischen Aspekt und zum anderen weil mein Körper meine Geschichte erzählt. Tattoo-Gegner oder auch nur Unentschlossene fragen sich immer: was ist, wenn mir dies und jenes irgendwann nicht mehr gefällt? Es ist für immer und kann sich - außer auf schmerzhafte, teure und langwierige Art und weise - nicht mehr entfernen. Was ist, wenn ich all das irgendwann bereue? Ich persönlich kann das unter diesem Gedanken gar nicht betrachten - wieso sollte ich denn mein Leben bereuen? Wieso sollte ich es bereuen, Erfahrungen gesammelt zu haben? Jedes meiner Tattoos steht für gewisse Phasen oder Ereignisse in meinem Leben. Als Beispiel nehme ich das Tattoo auf meiner Schulter - sehr girly und im Prinzip 0815. Pusteblume mit Schwalben. Kreativ oder einzigartig? Nein, außer vielleicht durch die Art, wie es letztendlich gestochen wurde. Nochmal würde ich mir dieses Motiv nicht stechen lassen. Aber ob ich es bereue? Kein kleines bisschen. Denn genau zu dem Moment meines Lebens war es das, was meiner Seele entsprochen hat - ein kleines Stück von mir, verewigt auf meiner eigenen Haut.

Noch weitaus mehr liebe ich mein zweites Tattoo - der Schriftzug 'always' mit dem Symbol der Heiligtümer des Todes. Ja, es ist nerdy und es ist Harry Potter und ja, leider ist es auch nicht gut gestochen. Aber selbst das kümmert mich nicht, denn die Geschichte hinter diesem Motiv bedeutet mir so wahnsinnig viel, dass die kleinen Imperfektionen absolut nichtig werden. Ich durchlebe jeden Moment meines Lebens mit jeder Faser meines Körpers - und so trage ich das mit meinem Körper auch an meine Mitmenschen weiter.

Mein letztes Tattoo ist ein Underboob - ein Mandala-Dotwork, das ich mir Anfang Juni habe stechen lassen. Optisch definitiv mein schönstes Tattoo und auch wenn man es auf den ersten Blick nicht weiß oder sieht, so ist auch dieses Mandala ein Ausdruck meines momentanen Lebens. Ein Ausdruck von Freiheit, Liebe zum Leben, Leichtigkeit und eines neuen Ichs. Ich weiß auch hier, dass ich es niemals bereuen werde. Denn ich stehe zu mir und dem was ich bin und was ich war. 


Wie Mareike zum Thema Tattoos steht?
>>KLICK<<

Besteht Interessse an einem Tattoo-Update, 
sobald ich meine zwei neuen Tattoos auch noch habe?