Image Slider

[Kolumne] Gegeneinander statt miteinander - Konkurrenzverhalten in einer Frauenfreundschaft.

on
23 September 2016

Dass ich fast nur mit Männern befreundet bin, das durftet ihr schon diversen Kolumnentexten hier lesen. Wieso das so ist, ist schnell in wenige Worte zusammen gefasst: Ein Penis macht vieles unkomplizierter. Nun, nicht der Penis selbst, der sorgt ab und an für Probleme, aber ja, die Message sollte klar sein. Mit Männern habe ich die Erfahrung gemacht, dass es in einer Freundschaft selten zu großen Problemen kommt, da man Dinge einfach ausspricht, die zwischen einem sind. Vom Prinzip her "sich kurz auf die Fresse hauen und danach gemeinsam wieder friedlich ein Bier trinken". Einfach und unkompliziert. Meine Frauenfreundschaften kann ich an einer Hand abzählen und das sind dann auch wirklich gute Freundinnen, die sehr ähnlich ticken wie ich - den gleichen herben Humor haben, behindert sein nicht als kindisch abhaken und somit total auf meiner Wellenlänge liegen. Früher war das noch etwas anders. 

Im Alter von 12 Jahren war es zum Beispiel fast schon Pflicht, dass man seine Girlsgang um sich hatte und was soll ich sagen, ich hatte sie auch. Wir waren sechs Mädels - oder besser gesagt fünf Mädels und ich. Gemeinsame Aktionen waren immer sehr lustig und haben viel Spaß gemacht und ich dachte schon fast, ich hätte meine Abneigung gegenüber Frauen abgelegt (ja, tatsächlich schon im Alter von 12 Jahren - ich war schon immer etwas anders). Doch dann gab es auch diese Treffen, bei denen man nicht zu sechst unterwegs war. Mal nur zu viert, mal zu dritt und manchmal eben auch nur zu zweit. Die Erfahrung zeigte, dass egal wann und egal wie und egal wer nicht anwesend war: über diese Person wurde unendlich gelästert. Immer. Und das waren dann auch nie harmlose Dinge - ich lasse mich auch über Menschen aus und das wirklich nicht wenig. Aber im Normalfall kriegt es diese Person genauso in ihr Gesicht gesagt. Hier wurde am nächsten Tag wieder zuckersüß in das Gesicht der anderen gestrahlt und BFF, love you und so. Ich habe mich oft gefragt, wieso Frauen so scheiße sind. Ja, Verallgemeinerungen sind blöd und ja, genügend Ausnahmen gibt es immer. Doch hässliche, hinterfotzige Intrigen habe ich in meinem Leben immer nur von Frauen mitbekommen. Und nun zurück zu der Frage: Warum sind Frauen so scheiße? Vor allem zu anderen Frauen?


Konkurrenz ist ein ganz großes Stichwort. Allgemein betrachtet lassen sich Frauen in den Social Skills viel schneller verunsichern - und oft denkt man auch, dass das eigene äußere sich auf dieses auswirkt. Ganz für falsch halte ich diese These übrigens nicht; jedoch ist es in meinen Augen nicht das Aussehen per se, das einen sozial fähiger macht, sondern der Umgang mit dem eigenen Aussehen. Aber das ist eine andere Geschichte. Spielen wir mal das Szenario durch: Frau1 findet sich selbst gar nicht mal so gut. Findet sich nicht hübsch, hat vielleicht gerade keinen Freund, zweifelt an sich selbst, was ist mir... Punkt. Frau2, gute Freundin von Frau1, ist recht zufrieden mit sich selbst und das wirkt sich auch auf ihr Leben aus - sie schwimmt auf der Erfolgswelle. Frau1 ist neidisch auf Frau2 und überlegt sich Wege, an das Glück von Frau2 näher zu kommen und versucht erstmal selbst besser zu werden. Doch das kann natürlich schon nicht mehr klappen, denn Frau1 ist einfach nur unzufrieden, verzweifelt und vielleicht auch noch untervögelt - und so denkt Frau1: wenn ich das mit den Änderungen bei mir nicht schaffe, obwohl ich es versucht habe, dann scheint Frau2 einfach zu viel Glück zu haben und da kann einfach etwas nicht stimmen... lass sie doch manipulieren! Ich will nicht sagen, dass Männer nicht an sich zweifeln und es dort kein Konkurrenzverhalten gibt - aber doch lässt sich das auf einen ganz kleinen Teil runter brechen und in erster Linie zweifeln Männer auch ganz anders an sich selbst. Ergo: kein hinterfotziges Manipulieren, nur um sich besser zu fühlen. Erst diese Woche durfte ich wieder fest stellen, wieso ich Frauen nicht mag. Bei einem geschäftlichen Meeting schien ich einer neuen Kollegin wohl eine zu große Konkurrenz zu sein. Jung, nicht gerade hässlich und vor allem sehr erfolgreich im Job. Was glaubt ihr, wer mich im gesamten Meeting nicht ein einziges Mal angeschaut oder überhaupt mit mir gesprochen hat? Fotze.

Selbstverständlich ist es ganz natürlich, andere Menschen als Konkurrenz zu betrachten. Letztendlich sind wir alle irgendwie und irgendwo Konkurrenten. Sei es nun im Bezug auf Männer, im Job oder einfach nur beim Anstellen bei Starbucks. Aber anstatt den Fehler bei den anderen zu suchen und gegen diese Menschen (oder eben speziell in diesem Fall Frauen) zu kämpfen, nur um sein Selbstwertgefühl zu pushen, sollte man sich überlegen, was diese Person wohl anders macht und viel eher von ihr lernen und Hand in Hand mit ihr arbeiten. Es gibt schon genug Fotzen auf dieser Welt, seid nicht auch noch selbst eine.


Was Mareike dazu zu sagen hat?
>>KLICK<<



[Kolumne] Selbstexperiment: Sparst du noch oder lebst du schon? Was ich in 5 Tagen ausgebe.

on
16 September 2016


"Money money money..." Gut, besonders ausdrucksstark war dieses Zitat nun nicht und wer Olexesh nicht kennt und hört, wird das auch ganz anders gelesen haben, als ich das im Kopf hatte. Aber im Grunde fasst es ganz gut zusammen, um was es heute in der Kolumne gehen soll: Geld. Es gibt ja Menschen, die machen sich einen konkreten Finanzplan, kalkulieren und haben alles im Griff. Und dann gibt es da Menschen wie mich. Ich verliere nie den Überblick und weiß mit meinem Geld auch gut umzugehen, aber die erste Woche nach einem neuen Gehalt ist wirklich Eskalation pur. Blöd, dass genau am ersten Tag dieses Experiments mein neues Gehalt kam... Was gebe ich eigentlich in fünf Tagen aus?

Montag, 12. September 2016

Ich bin wirklich guter Dinge. Denn wenn jemand nicht ständig Geld ausgibt, dann bin das ich. Natürlich gibt es unnötige Dinge, die ich mir gönne oder Dinge, die ich selbst für nötig halte, andere aber eher weniger. Und dann gibt es natürlich auch Dinge, die gönne ich mir einfach mal gerne. Da ich letzten Monat sehr auf die Sparbremse drücken musste, aufgrund diverser Fixkosten, die gehäuft auf mich zugerollt kamen, wollte ich mir zur Feier des Tages (aka neues Gehalt) einfach etwas gönnen - neue Sneaker sollten her.
Streetwear hole ich immer recht gerne beim Def-Shop und so bin ich auch heute wieder dort unterwegs. In ein paar Sneaker habe ich mich sofort verliebt - Nike Air Max Thea 'Grey-Wolf'. Oder so. Bei der Farbbezeichnung bin ich mir nicht mehr ganz sicher, aber grau und wunderschön sind sie. Ja und irgendwie landeten da plötzlich noch mehr Artikel in meinem Warenkorb. Noch ein Paar Nikes. Und zwei Pullis... Gesamtwert? 271,89 €. Ugh. Ganz schön viel, direkt so am ersten Tag des Experiments.
Zum Glück blieb es dann an dem Tag auch dabei - man muss es ja nicht direkt übertreiben... dafür hat man ja auch noch die restliche Woche.


Dienstag, 13. September 2016

Ich habe gesündigt. Herr, vergib mir. Aber ich finde, dass ich meinen Kauf dennoch rechtfertigen kann -  ich habe bestellt. Bei Hunkemöller. Sechs BHs im wert von 160€ (oder so ähnlich). Doch das kann ich wirklich noch am ehesten akzeptieren - denn nachdem ich nun 12kg abgenommen habe, hat sich mein Umfang dann doch etwas verändert; zumindest mein Unterbrustumfang, an den Brüsten selbst nehme ich zum Glück nie ab. So bin ich nun von einer 80D zu einer 75E geworden (huch, so ein E klingt irgendwie so E-norm. höhö). Und da man das nie so recht einschätzen kann, müssen eben verschiedene Passformen und BH-Arten her, um einfach mal zu schauen. Weise Entscheidung, wenn ihr mich fragt, aber dazu später mehr.

Am Abend war ich noch mit zwei Freunden beim Burger King verabredet; drei neue Burger kamen ins Sortiment und wir mussten da natürlich unser Burger-Date abhalten. Das Ende der Geschichte: 7€ verplempert, denn keiner der Burger war irgendwie wirklich gut. Gesamtwert des Tages: 167 €.

Mittwoch, 14. September 2016

Ja nimmt das denn kein Ende? So langsam schäme ich mich wirklich. Heute mussten direkt zwei Online-Shops daran glauben. First Step: Worst Behavior. Eine Clutch, von der ich schon seit Ewigkeiten träume, und ein Crop-Hoodie, der mindestens genauso schön ist. 81 €. Herzlichen Glückwunsch, Lisch. Gut gemacht.
Second step: Edited. Zwei Jeans und Birkis. Ja, na klar macht es Sinn, sich Birkis zu kaufen, wenn der Sommer schon fast vorbei ist und man wahrscheinlich keine Chance mehr haben wird, offene Schuhe zu tragen. Was ist nur los mit mir? Bei den Jeans schimpfe ich jetzt mal nicht allzu sehr, da ich momentan nur noch zwei paar habe, die mir wirklich passen und das ist definitiv zu wenig. 140 € Das tut wirklich langsam weh. 
Bei der Arbeit hatten wir heute eine kleine Strandbar mit Cocktails... da konnte ich natürlich nicht nein sagen, 5 € für einen Cocktail, der mir überhaupt nicht geschmeckt hat, und 80 cent für eine Kugel Kirscheis hinterher, die alles wieder gut gemacht hat.
Abends noch ein kurzer Abstecher beim Burger King - ein Mango-Smoothie und eine Schachtel Zigaretten auf dem Weg. 9,49 € Und wollen wir nicht den mitgebrachten Einkauf vom dm vergessen - 6 €. Oh und vier Dosen Rockstar, da sie im Angebot waren für 0,88 €. Gesamtkostenpunkt des Tages: 166 €

Donnerstag, 15. September 2016

Alle Päckchen sind eingetrudelt und sogar noch ein Päckchen, das ich letzte Woche bei H&M bestellt habe. Eine Jeans und ein Oberteil in zwei verschiedenen Größen. Gesamtwert 30 €. Nun konnte ich aber endlich alles anschauen, anprobieren und aussortieren - und ich war so wahnsinnig erleichtert, dass einfach sooooo viel nicht in Frage kam für mich.

H&M Bestellung: ich behalte nur eins der Tops - 4,99 €
Wrst Bhvr: beide Teile sind perfekt  - 81 €
Def-Shop: lediglich meine Nike Air Max Thea bleiben bei mir - 120 €
Hunkemöller: wahrscheinlich wird die Wahl auf drei BHs fallen, daher ca. 70 €

Endergebnis: 275 € - geht eigentlich noch, wenn ihr mich fragt. Edited wird sich noch zeigen, aber da ahne ich, dass wohl alles bei mir bleiben wird. Neben den Bestellungen habe ich heute ganze 1,75 € ausgegeben. Für eine Käsebrezel mit Tomaten. Ist doch eigentlich ganz annehmbar.


Freitag, 16. September 2016

Heute ist noch alles offen. Ausgegeben habe ich noch nichts - an einer Schachtel Zigaretten werde ich aber wohl nicht vorbei kommen. Dennoch muss ich trotz der vielen Kosten eins sagen: ich bin zufrieden. Klamotten oder Schuhe gönne ich mir nämlich um ehrlich zu sein ein Mal alle paar Monate. Ein bisschen blöd, dass das nun genau in die Experimentwoche gefallen ist, aber was soll man machen. Ansonsten bin ich aber echt voll okay dabei. Neben den außergewöhnlichen Kosten habe ich ganze 40€ ausgegeben und war damit auch absolut okay. Mir hat es an nichts gefehlt und auch mit weniger wäre ich zufrieden gewesen. Ergo: hochgerechnet auf den Monat wäre ich bei ca. 160€ für Freizeitaktivitäten, was mir doch voll in Ordnung erscheint.





Wie Mareike die Woche über mit ihrem Geld klar kam?
>>KLICK<<

[Kolumne] Not my last Tinderella story: Part III

on
09 September 2016



Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich gar keine Lust mehr auf Männer habe? Also so gar nicht? Habe ich glaub ich schon - ich wollte es nur noch ein Mal betonen. Alle zusammen gehen sie mir auf die Nerven; dabei bin ich doch eigentlich ein echt cooles Weibsstück. Aber gehen wir sie mal wieder Schritt für Schritt durch.


Damit alle auch immer auf dem aktuellsten Stand sind, sollte man sich im besten Fall das und das durchlesen - ihr wisst bescheid? Gut, dann geht es nun weiter. M und V bekommen heute einen gemeinsamen Abschnitt, denn mehr haben sie weder verdient, noch, äh, ist sonderlich viel passiert. Mit V gab es noch einen sehr amüsanten Moment - er schrieb mir, dass er sich mit mir treffen wollte. Ich konnte nicht, wusste auch gar nicht wieso wir uns überhaupt noch sehen sollten, aber gut. Ich habe ihm Freitag vorgeschlagen, er meldete sich nicht mehr. Same story, different day. Schreibt er mir dann plötzlich am Samstag drauf: "Komisch, dass du meintest, du hättest am Freitag Zeit für ein Treffen. Warst ja auch auf dem Obstwiesenfestival; war schön dich am Obststand wieder zu sehen. Hast du heute Lust auf eine Homeparty?" Wie was hä? Hm. Ich war auf einem Festival, ohne dass ich etwas davon wusste? Verrückt. Ich dachte mir nur, Junge, nimm weniger Drogen. Auf die Homeparty hatte ich tatsächlich Lust, aber ich war so unfassbar müde, dass ich das eigentlich nicht gepackt hätte. "Du, lieber nicht, ich muss ein wenig Schlaf nachholen." "Das kannst du ja auch in meinem Bett machen." Srsly, boy? Nun ja, das war es dann seitdem. Von M wurde ich offiziell gebencht. Nachdem wir nun eine Weile keinen Kontakt hatten, mir aber auffiel, ich habe meine Breaking Bad DVDs noch bei ihm (ich sollte meine Dinge definitiv weniger irgendwo liegen lassen...), schrieb ich um zu fragen, ob es das nun sich doch mit uns erledigt hätte und wann ich meine DVDs holen kann. "Nein nein, tut mir echt leid, ist gerade nur so viel los bei der Arbeit! Aber ich melde mich, wenn mal wieder ein Zeitfenster frei sein sollte." In anderen Worten: wenn der Druck dann doch zu hoch werden sollte. Untenrum.





Ein ausführliches Update zu C möchte ich eigentlich gar nicht abgeben, denn es werden auch so schon genügend Gefühle verletzt. Ja, eine Freundschaft mit dem Exfreund ist nicht einfach, besonders wenn die Emotionen von beiden nicht die gleichen sind. Dennoch haben wir theoretisch eine wundervolle Freundschaft und verbringen auch wirklich schöne Zeiten miteinander - schönere Zeiten, als die, in denen wir zusammen waren. Ich bin sehr froh, dass er weiterhin ein Teil meines Lebens ist und das auch bleibt.

K und P sind zum Glück komplett Geschichte, daher auch kein Update. Allerdings gibt es noch M2 und D. Huch, ja, schon wieder neue Namen. Wobei M2 kein neuer Name ist und gleich heißt wie M und sich mittlerweile eigentlich auch schon wieder erledigt hat. Ein sehr sympathischer junger Herr und ein sehr attraktiver noch dazu. Er erfüllt mal wieder sehr viele Punkte bei einem Mann, die ich mir auch so wünsche - gebildet, Ziele im Leben, aktiv, interessiert, ein wenig alternativ. Läuft. Punkt 1 blöd: Wohnt in Ulm. Nicht die Welt, aber ja so semi gut. Punkt 2 blöd: Er ist zu gebildet. Wobei gebildet hier nicht das richtige Wort ist. Aber ich bin gerne mal provokativ, ich fluche, habe einen derben Fäkalhumor und lache über Penisse. Das kollidierte irgendwie ein wenig und mein Gefühl sagte mir stets, ich müsse mich kontrollieren, um nicht zu behindert zu sein. Und wenn schon so ein Gefühl auftaucht, dann kann der Kerl sonst wie interessant und attraktiv sein: das funktioniert nicht. So sagte ich schon innerlich tschüss zu diesen wirklich wunderschönen Augen und den noch schöneren Lippen - echt schade drum.


D ist nun eine etwas andere Geschichte. Ich mag ihn, sehr sogar. Bei ihm kann ich sein wie ich bin - wir hören die gleiche Musik, wir können über alles reden und lachen. Wir wollen nach Barcelona, einfach so, weil wir es können. "Würden wir uns nicht erst so kurz kennen, hätte ich gesagt, wir fliegen einfach nach Barcelona." "Und was hindert uns daran, das einfach tatsächlich zu machen?" "Lass es uns tun." Kennt ihr das, wenn eigentlich alles zu passen scheint und ihr auch jedes Mal dumm in euer Handy grinst, wenn eine Nachricht rein flattert und trotzdem könnt und wollt ihr euch einfach auf nichts einlassen? Es ist keine Angst, verletzt zu werden. Keine Angst, jemanden zu verletzen. Es spricht im Grunde nichts dagegen - und doch will ich das einfach nicht. Ich will Unabhängigkeit, ich will mich nicht wieder von Null an auf jemanden einstellen müssen, ich will keine Verpflichtungen. Ich will keine Liebe. Selbstverständlich gibt es immer so unfassbar viele Stationen zwischen einem Kennenlernen und einer liebevollen Beziehung. Millionen Möglichkeiten, wenn ihr mich fragt. Aber welche davon ist gerade die richtige für mich? Ich brauche Nähe, ich brauche mir nahe stehende (männliche) Bezugspersonen und ehrlich, gegen Sex spricht natürlich nichts. Aber One Night Stands? Nein. Fickbeziehungen? Nein. Freundschaft Plus? Vielleicht am ehesten - doch dann ist man wieder an einem Punkt, an dem früher oder später tatsächlich Gefühle verletzt werden. Mir geht es zu gut dafür, dass ich das nun riskieren wollen würde.
 Foto: B.A. FOTO / ARTS

Was Mareike als Tinderella so treibt?
>>KLICK<<

[Kolumne] #regrettingmotherhood - Dürfen Frauen keine Kinder haben wollen?

on
02 September 2016


Lange war es für mich klar, wie meine spätere Zukunft mal aussehen soll. In meiner Vorstellung war ich mit 30 schon verheiratet, wohnte in einem Haus mit Garten, hatte einen Hund und zwei Kinder. Das typische Vorstadtleben, mit viel Harmonie und voller Klischees. Nun ist es aber logisch, dass zu dieser Vorstellung auch der richtige Partner dazu gehört, den ich aber nicht habe. Und tatsächlich - mein Wunsch nach dieser Ideal-Familie schwindet. Ich kann jetzt auch nicht sagen, dass ich das definitiv nicht mehr haben möchte, aber wenn ich ehrlich bin gibt es auch nichts mehr in mir, dass das als Lebenstraum beschreiben würde. Muss eine Heirat überhaupt sein? Und kann man auch ohne Kinder glücklich sein?

Vor einigen Monaten ging mit dem Hashtag #regrettingmotherhood ein großer Aufschrei durch die Internetwelt - Mütter, die bereits ein oder sogar mehrere Kinder auf die Welt gebracht haben, bekannten sich dazu, nun im Nachhinein lieber niemals Mutter geworden zu sein. Größtenteils wurden sie behandelt wie Monster von einem anderen Planeten. Darf man das so, zu sagen, man hätte die eigenen Kinder lieber nicht gekriegt? Ja. So lange man diesen Kindern dennoch all die Liebe und Aufmerksamkeit schenkt, die sie verdient haben. Denn die Kinder können am allerwenigsten etwas dafür, das einst falsche Entscheidungen getroffen wurden. Und das war auch der Punkt, den die meisten Mütter damals genannt haben: Trotz allem lieben sie ihre Kinder und würden sie zu dem jetzigen Moment nicht mehr hergeben. Könnten sie aber die Entscheidung nochmal treffen, dann würden sie sich gegen ein Kind entscheiden und für ihre persönliche Freiheit.

Ich sehe nichts Verkehrtes darin zu sagen, man sei zu egoistisch oder egozentrisch für Kinder, sodass diese keinen Platz in der eigenen Welt haben. Das ist wie mit Haustieren - habe ich keine Zeit oder Lust oder gar kein Herz für Tiere, dann soll man sich einfach kein Haustier anschaffen. Punkt. An dieser Stelle schüttelt auch niemand den Kopf. Steht man allerdings dazu, keine Zeit und keinen Nerv für Kinder zu haben - wahrscheinlich auch, dass sich nie etwas daran ändern wird - dann beginnt das Tuscheln und Lästern. Ich hatte vor drei Wochen ein Gespräch mit meiner Chefin; wir waren auf dem Rückweg von einer Geschäftsreise und sie erzählte von ihren drei Söhnen; wie sie doch das Beste sind, das sie in ihrem Leben erreicht hat. Als ich meinte, dass ich nicht mehr weiß, ob ich überhaupt jemals Kinder haben möchte, weil ich so viel anderes lieber erleben möchte und nicht will, dass Lebewesen, die ich auf die Welt setze, darunter leiden, hat sie nur gelacht. "Aber irgendwann wird die zwanzigste Reise oder die fünfzehnte Designertasche dir auch auch nichts mehr geben - dann sind es die Kinder und eine intakte Familie, die dir den Sinn im Leben geben." Das mag vielleicht für viele stimmen, für mich steht aber fest, dass ich selbst in erster Linie dafür einstehen will, dass mein Leben einen Sinn  hat und niemand sonst. Es gibt so viele, die ständig nach einem Sinn suchen - sich Religionen hingeben, unzählige Kinder auf die Welt setzen, ständig den Job wechseln und niemals das Glück dabei finden. Viele glauben, dass sie durch den ständigen Wettlauf nach den Dingen, "die man halt im Leben erledigt habe muss", irgendwann bei ihrem Glück ankommen - machen sich dann aber selten bewusst, dass das Glück vielleicht ganz wo anders liegt.

Mit meinen 24 Jahren schon zu behaupten, dass ich keine Kinder haben möchte, wäre wirklich verrückt - ich bin viel zu jung, um darüber eine definitive Aussage treffen zu können. Vielleicht kommt schon in einer Woche der Mann meines Lebens um die Ecke, der mir zeigt, wie wunderschön es ist, eine Familie zu gründen und vielleicht gemeinsam darauf hin zu arbeiten, sowohl Kinder, als auch alle anderen Träume im Leben zu verwirklichen. Vielleicht tingel ich aber noch bis 40 als Tinderella durchs Leben - wer weiß das schon. Vielleicht finde ich auch erst mit 60 den Mann, der bis zum Schluss an meiner Seite bleibt und dann wird es zu spät für Kinder sein. Und dann? Bin ich dann weniger wert? Darf ich dann von meinem Leben nicht mehr behaupten, dass es vollkommen erfüllt gewesen sei?

Wenn man sich für Kinder entscheidet, dann bitte auch mit vollem Herzen. Mit Zeit, mit Liebe und (leider) auch mit Geld. Das Kind, das vielleicht irgendwann von mir in diese Welt gesetzt werden wird, das soll alles kriegen, was nur möglich ist. Aber wenn ich weiß, dass auch nur eine Komponente davon nicht zu 100% von mir erfüllt werden kann, dann ist auch eindeutig klar: nein. Kein Kind hat es verdient, nur halblebig geduldet zu werden, "weil man halt Kinder haben sollte".


Was Mareike zu diesem Thema zu sagen hat?
>>KLICK<<


[Kolumne] 'Wer mit seinem Ex befreundet bleibt ist ein Psychopath.' - Freundschaft mit Vergangenheit.

on
19 August 2016




"Lass uns Freunde bleiben..." Dieser Satz, meistens sitzt er bei einem von beiden Expartner sehr tief. In den seltensten Fällen trennen sich beide innerhalb einer Beziehung auf der gleichen Basis. Einer ist immer der Verletzte, der der noch liebt, der, der eigentlich nie abschließen werden kann... Dass ich nun vor über zwei Monaten verlassen würde, das habt ihr hier mitbekommen - plötzlich, aus allen Wolken fallend und mit dem schönen Abgang "Ach, übrigens, ich habe dich betrogen." Dass ich mit so einem Menschen nicht befreundet sein wollte, das ist wohl verständlich. Nun hat sich das aber gewendet. Die Informationslage hat sich geändert - ich wurde nicht betrogen, die Geschichte ist etwas absurd, aber gut. Der Wert der Abneigung ist wieder auf null gestellt - und jetzt? Lass uns Freunde bleiben? Laut einer Studie, haben insbesondere Psychopathen den Wunsch, mit seinem Ex-Partner befreundet zu bleiben - sind wir nun beide abgedrehte Psychos?

Ich war schon immer der Überzeugung, dass ich mir diese Konstellation nicht vorstellen kann. Und irgendwie kam es doch immer anders - Exfreund eins wohnt mittlerweile in einem anderen Land, aber ein seltener Kontakt auf kreativer Basis besteht immer noch. Weil man weiß, was man in dieser Hinsicht am anderen hatte. Exfreund zwei wurde von meiner Seite nun schon lange nicht mehr gesehen; ich glaube, er wohnt gar nicht so weit weg. Aber als er noch fast täglich die gleiche Strecke gefahren ist wie ich, nun ja, ich konnte mich immer herrlich mit ihm unterhalten. Freundschaft wäre zu viel gesagt, aber eine echt nette Bekanntschaft, die sich aber nun im Sande verlaufen hat. Und Exfreund drei, der sieben Jahre lang das Wichtigste in meinem Leben war, puh - wie soll man sowas denn komplett aus seiner Welt streichen wollen, wenn nichts Unangebrachtes passiert ist? Als er mir wieder schrieb, als wir uns wieder trafen - ich fühlte nichts. Keine Liebe, keinen Groll. Ich sah nur einen Menschen, der mir mal die Welt bedeutete und den ich aber auch immer noch mochte. 

"Ich liebe dich noch immer." Ein Satz, der dann alles ein wenig erdrückend machte. "Ich kann dir immer zur Seite stehen. Alles für dich sein - außer die Frau an deiner Seite." Es folgten viele Worte, viele Erinnerungen, viele weitere Gespräche. Auch mir tat es weh - ein Mensch, der so viele Jahre dein ein und alles war, der kann dir nicht egal werden. Es geht nicht. Aber es tat auf einer ganz anderen Ebene weh; weil ich wusste, dass er leidet. Und dann saßen wir da - was machen wir nun? Was ist das Beste für uns beide? Fest steht: wir wollen uns beide weiterhin in unseren Leben haben. Aber wie genau das noch laufen wird, das wird sich noch zeigen müssen.

Deswegen kann ich euch keine generelle Antwort auf die Frage geben, ob es sinnvoll ist, mit seinem Ex-Partner befreundet zu bleiben. Ist irgendwas Signifikantes passiert - wurde man betrogen, belogen oder andersweitig stark verletzt, dann wäre meine Antwort definitiv nein. Wenn man sich auseinander gelebt habt, mehr "Freunde" als "Partner" wurde - dann wieso nicht genau so weiter machen, nur eben mit einem Schlussstrich? Problematisch wird es nur, wenn die Ansichten und Gefühle beider Instanzen von einander abweichen. Ich stehe momentan in der Blüte meiner Zeit und ich habe absolut keine Angst vor der Zukunft. Es gibt kaum etwas, das mich bedrückt. Außer, wie es dem Menschen geht, der so lange an meiner Seite war. Denn man darf nie vergessen, wieso man denjenigen mal geliebt hatte, auch wenn es jetzt vielleicht nicht mehr so ist. 


Was Mareike zu dem Thema zu sagen hat?
>>KLICK<<